Gleichberechtigung: Kauders verbaler Ausrutscher

CDU-Fraktionsvorsitzender lässt in Dernau frauenpolitisch die Hose runter

„Scheinbar seien europaweit alle Probleme gelöst, dass man sich ausgiebig mit dem Thema ‚Frauenquote in Vorstandsetagen‘ beschäftigen könne.“ Mit diesem indirekten Zitat von Volker Kauder berichtete Volker Jost für den General-Anzeiger und die Blick Aktuell vom Besuch des CDU-/CSU-Bundestagsfraktionsvorsitzenden in Dernau. Kauders Worte offenbaren nicht nur eine verquere Wahrnehmung europäischer Verhältnisse – Stichworte: Jugendarbeitslosigkeit, Euro-Krise oder der aufkeimende Rechtsextremismus in Ungarn und anderswo, sondern auch eine Geringschätzung von Frauenpolitik und Geschlechtergleichheit als bloßes Gedöhns und Neben-Spielfeld der Politik.

„Die Tatsache, dass die am besten ausgebildete Frauengeneration aller Zeiten systematisch von Führungspositionen ausgeschlossen wird, ist keine Petitesse, sondern ein ausgemachter Skandal“, stellt Kaus Meurer, Grüner Direktkandidat für den Wahlkreis Ahrweiler dazu klar.

„Kauders Worte sind schändlich und offenbaren ein Geschlechterbild aus den Fünfziger Jahren, bei dem Frauen noch an den Herd gehörten. Passenderweise kam Kauder nach Dernau, um laut CDU-Werbung ‚die Politik der Bundesregierung zu erklären‘. Und diese sieht Herdprämien statt Chefsessel vor. Auch das Ehegattensplitting fördert die Nichterwerbsfähigkeit von Frauen. Eine eigene soziale Absicherung erhalten die Frauen dadurch nicht. Sie geraten in die Abhängigkeit von ihrem Ehemann und häufig in die Armutsfalle. Wiederholt haben die EU-Kommission, die OECD und wissenschaftliche Expertinnen und Experten aus Deutschland eine Abschaffung dieses Steuerprivilegs gefordert, weil es falsch ist, die Nichterwerbstätigkeit von Frauen steuerlich zu bevorzugen.“

„Es ist unverständlich, aber wenig überraschend, dass die auch in Berlin durch Passivität glänzende CDU-Bundestagsabgeordnete Mechthild Heil als Gastgeberin des Abends Kauder nicht in die Schranken verwies“, so Meurer weiter. „Heil und die Kreis-Frauenunion, welche die Flexi-Quote von Kristina Schröder und die Verschiebung eines möglichen Beschlusses über eine Frauenquote in das Jahr 2020 als großen frauenpolitischen Wurf verkaufen, zeigen allen Wählerinnen und Wählern, dass mit der Union Politik von und für Frauen nicht zu machen ist. Diesem Spuk können starke Wählerinnen und Wähler am 22. September ein Ende machen: mit einem Kreuz bei den Grünen.“

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