Grüne Kreistagsthemen

Schätze der Natur bewahren

Der Klimawandel macht ernst. Hochwässer, Dürreperioden und Stürme geben uns einen Vorgeschmack, was Klimawandel bedeutet. Die ökologischen und gesundheitlichen Schäden
wie volkswirtschaftlichen Kosten sind nicht mehr nur Theorie und Gegenstand wissenschaftlicher Konferenzen. Sie stehen in den Rechnungen, die uns allen ins Haus flattern. Oft trifft es die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft am heftigsten. Die Folgekosten belasten längst auch die Finanzen des Landkreises. Gleichzeit verschwinden immer mehr Tier- und Pflanzenarten, gehen die Schätze der Natur kommenden Generationen für immer verloren.
Immer neue Gewerbegebiete. Mehr Bauland. Hier noch eine Umgehungsstraße, dort noch ein „Lückenschluss“. Überall Parkplätze. Aber auch mehr Platz für Hochwasserschutz. Und, natürlich, Flächen für Erneuerbare Energien, für mehr Naturschutz und Artenvielfalt, für den ökologischen Anbau unserer Nahrung? Wir müssen uns entscheiden!


Mehr Beteiligung wagen

Die Konflikte und Widersprüche unserer Wachstumsgesellschaft werden schärfer. Die Herausforderungen der Digitalisierung, des demografischen Wandels und der Integration beginnen erst. Populistische Parolen oder autoritäre Versuchungen lösen aber die vor uns stehenden Herausforderungen nicht. Wir wollen in einem Dialog der lokalen Akteure zu einer Verständigung kommen, wie sich der Kreis Ahrweiler entwickeln soll. Eine solche Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger braucht ein klares Mandat des Kreistages. Sie soll professionell moderiert und dauerhaft eingerichtet werden.


Energiewende Beschleunigen

2008 brachten die Grünen das Ziel einer vollständigen Versorgung des Landkreises mit Erneuerbaren Energien in den Kreistag. Der Antrag fand keine Mehrheit. Erst 2011, unter dem Eindruck der Katastrophe von Fukushima, war das Ziel mehrheitsfähig. Geschehen ist seither viel zu wenig. Beim Ausbau der Windenergie ebenso wie bei der Solarenergie: der Ahrkreis dümpelt auf den letzten Plätzen im Land. Es ist höchste Zeit, die Anstrengungen endlich an das Ziel anzupassen, statt irgendwann das Ziel an die mangelnden Anstrengungen. Für uns geht Energiewende über rein technologische Innovationen hinaus. Erneuerbare Energien machen Teilhabe möglich. Deshalb ist uns die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger besonders wichtig. Nicht nur bei den Entscheidungen, sondern auch den Energieanlagen selbst. Wir wollen Erneuerbare Energien nicht in den Händen weniger großer, transnationaler Konzerne, sondern in den Händen vieler lokaler Akteure vor Ort! Gutes Beispiel: Die Eifel-Energiegenossenschaft Eegon e.G. oder die Ahrtalwerke als kommunales Energieunternehmen.


Im Landkreis gut Unterwegs

Die Zukunft gehört der Elektromobilität auf Basis Erneuerbarer Energien. Aber es reicht nicht, nur die Antriebsformen zu wechseln. Nicht mehr der Besitz eines Fahrzeugs darf entscheiden, wie mobil wir sind, sondern ein Zugang dazu. 2008 hatte der Kreistag auf unseren Antrag Mittel zur Planung eines modernen öffentlichen Busverkehrs in den Haushalt gestellt. Aber erst 10 Jahre später wurden unsere wesentlichen Eckpunkte endlich umgesetzt. Das neue Bus-Angebot wollen wir ausbauen. Als Rückgrat des Öffentlichen Nahverkehrs müssen wir unsere beiden Bahnstrecken entlang des Rheins und der Ahr leistungsfähiger werden. Deshalb haben wir die Elektrifizierung der Ahrtalbahn im Kreistag auf die Tagesordnung gesetzt. Die Weichen dafür müssen nun gestellt werden.


Kohle in die Bildung statt in den Ofen!

In Zeiten, in denen Vermögen und damit die Startchancen von Kindern immer ungleicher
verteilt sind, wird gute Schul- und Vorschulbildung immer wichtiger. Für eine integrative Gesellschaft wollen wir die vielfältigen Angebote im Kreis zur Kinderbetreuung weiter ausbauen. Die Grünen haben sich frühzeitig und als Erste im Kreistag für eine integrierte Gesamtschule (IGS)ausgesprochen. In Remagen ist dieses Angebot für ein längeres gemeinsames Lernen ein Erfolg geworden. Wir können uns einen weiteren Standort für eine IGS im Landkreis gut vorstellen.


Nicht nur am Rande:
Mehr Artenvielfalt,
mehr Öko-Landbau!

1971 bewirtschafteten die landwirtschaftlichen Betriebe im Kreis Ahrweiler noch über 28.000 ha. 2016 waren es weniger als 19.000 ha. Allein 2003 – 2017 verlor die Landwirtschaft 450 ha. Der Preisdruck der Märkte zwingt Landwirte, die
ihnen verbleibenden Flächen immer intensiver zu nutzen. Die ökologischen Folgen sind immens. Auch im Kreis Ahrweiler verschwinden immer mehr Tier- und Pflanzenarten. Ein paar Blühstreifen am Ackerrand – sofern sie den Einsatz von Herbiziden in der Nachbarschaft überleben – helfen da nur am Rande. Wir wollen den Flächenverbrauch bremsen. Nach dem Vorbild des erfolgreichen Volksbegehrens „Artenvielfalt“ in Bayern, wollen wir im Kreis Ahrweiler mehr ökologischen Land- und Weinbau. Ein breiteres Angebot ökologisch angebauter Produkte, regional verarbeitet und vermarktet, gibt auch Impulse für den Tourismus. Hier hinkt der Kreis Ahrweiler im Landesvergleich hinterher, ähnlich wie beim Ausbau der Erneuerbaren Energien.
Das wollen wir ändern!