Von Avda - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=26894741

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Tschernobyl, Fukushima, Tihange? Die reale Atomgefahr vor unserer Haustür

GRÜNE im Kreis wehren sich gegen belgischen Schrottreaktor

Lediglich 120 bis 140 Kilometer liegen zwischen den Städten und Gemeinden des Kreises Ahrweiler und dem belgischen Schrottreaktor Tihange. Im Falle eines atomaren Unfalls viel zu wenig: Laut einem Bericht des SWR-Fernsehens sei ein Radius von 200 Kilometern – und damit große Teile des nördlichen Rheinland-Pfalz‘ – unmittelbar von einem GAU in Tihange betroffen. Die Ahrweiler Kreis-GRÜNEN unterstützen daher die geplante Beschwerde der Landesregierung bei der EU-Kommission gegen das Wiederhochfahren des Risikomeilers und wehren sich auch mit anderen Mitteln.

„Das belgische Atomkraftwerk Tihange ist durch seine Vielzahl an Pannen ein enormes Sicherheitsrisiko für die Menschen in der Umgebung, wegen seiner Nähe zu Rheinland-Pfalz auch für die Bürgerinnen und Bürger in unserem Land“, schätzt Eveline Lemke, rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin und Spitzenkandidatin für den Wahlkreis 13, die Lage ein: „Es entspricht nicht unseren Sicherheitsstandards und gehört daher unverzüglich und dauerhaft abgeschaltet. Da der Betreiber und die belgische Regierung dazu nicht bereit sind und bisher jeglicher politischer Druck wirkungslos war, gilt es daher, so schnell wie möglich juristisch dagegen vorzugehen. Wir werden dazu alle uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten ausnutzen.“

Dazu gehört die Möglichkeit, vor der EU-Kommission gegen die Entscheidung der belgischen Regierung vorzugehen: Denn es war die belgische Regierung, die trotz mehrerer tausend Risse in den Reaktordruckbehältern, mehrerer Brände und anderer Unregelmäßigkeiten und Pannen das OK für das Wiederhochfahren des Reaktors gab.

Der Landtagsabgeordnete Wolfgang Schlagwein macht deutlich: „Wir haben in Deutschland bewiesen: Erneuerbare Energien machen Atomkraftwerke  längst überflüssig und können in den nächsten Jahren auch die Stromerzeugung aus Kohle ablösen. Deshalb war es so wichtig, dass wir vor 15 Jahren mit dem inzwischen weltweit von vielen Staaten kopierten Erneuerbare-Energien-Gesetz vorangegangen sind. Ohne den Erfolg dieser Technologieförderung stünden wir heute tatsächlich ohne Alternative da.“

25 Jahre TschernobylAuch die Städteregion Aachen geht juristisch gegen diese Entscheidung vor und trifft damit auf die Zustimmung der Landkreise Bitburg-Prüm und Vulkaneifel. „Der Kreis Ahrweiler sollte sich diesem Beispiel einer ideellen Unterstützung der Aachener anschließen“, fordert der GRÜNE Kreissprecher Harm Sönksen: „Denn auch wir an Rhein, Ahr und Brohl sind unmittelbar von den Geschehnissen betroffen!“

Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen unterschrieben der Vorstand der Ahrweiler GRÜNEN mit vielen anderen Parteimitgliedern und Sympathisanten eine Online-Petition der Internet-Aktivisten von Avaaz: Fast 900.000 Menschen haben dort bis dato für eine Stilllegung der Sicherheitsrisiken Tihange und Doel (bei Brüssel) gestimmt.

Hier können Sie die Petition mitzeichnen: Petition bei Avaaz unterzeichnen

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