Supermarkt in Niederzissen: Vieles spricht dagegen – nichts spricht dafür

Auf dieser Fläche soll ein Supermarkt entstehen: Die GRÜNEN-Fraktion im VG-Rat und im Ortsverband Brohltal sprechen sich gegen einen solchen Bau am Rand von Niederzissen aus.
Auf dieser Fläche soll ein Supermarkt entstehen: Die GRÜNEN-Fraktion im VG-Rat und im Ortsverband Brohltal sprechen sich gegen einen solchen Bau am Rand von Niederzissen aus. | Foto: Albert Dietz

Die GRÜNEN in der VG Brohltal sprechen sich deutlich aus gegen die geplante Verlagerung des Norma-Marktes an den bisher unbebauten Ortsrand von Niederzissen. Es soll ein Neubau mit 1.200 qm Verkaufsfläche, einem Backshop und rund 90 Parkplätzen entstehen. Zudem soll die Brohltalstraße um eine Linksabbiegerspur erweitert werden. Dieses Projekt greift erheblich in Natur und Landschaft ein, steigert ab dem Seniorenheim die Überflutungsgefahr für alle Anlieger am Brohlbach und schwächt das lokale Bäckerhandwerk – um nur drei Aspekte zu nennen, die dagegen sprechen.

Norma plant einen Neubau, um auf mehr Fläche die Waren attraktiver anzubieten. „Der Preis, den die Allgemeinheit dafür zahlt ist hoch, denn für den Supermarkt würden rund 6.000 m2 bisher landwirtschaftlich genutzter Fläche versiegelt. Das Gelände würde um 3 m angehoben, um darauf ein 6 m hohes Gebäude zu errichten. Die Starkregenkarten und der kürzlich vom Land zur Verfügung gestellte „Hydrozwilling“ zeigen: Auf der Fläche sammelt sich bei Starkregen viel Wasser. Es würde durch die Aufschüttung aufgestaut. Die Flächen, auf denen sich der Brohlbach ausbreiten kann, werden erheblich verringert. Die Folge wären höhere Wasserstände des Brohlbachs für alle Anlieger in Niederzissen ab dem Seniorenheim. Das wollen wir verhindern“, sagt GRÜNEN-Fraktionssprecherin Jutta Dietz.

Außerdem sieht die Planung einen Backshop im neuen Gebäude vor. „Die lokalen Bäckereien in Nieder- und Oberzissen decken den Bedarf gut ab. Ein zusätzliches Angebot würde diese Betriebe und damit das lokale Handwerk schwächen“, so die GRÜNEN im Verbandsgemeinderat.

Davon abgesehen wird der entstehende Einkaufsverkehr beim Abbiegen für zusätzliche Gefahren auf der Brohltalstraße sorgen. Zu Fuß wäre der Markt über schmale Gehsteige ebenfalls nur unter Inkaufnahme eines Risikos erreichbar. „Während moderne Raumplanung autofreie Zonen und konzentrierte Nahversorgung schafft, wird hier das Gegenteil geplant und mit der Zerstückelung der Einzelhandelsflächen mehr Verkehr provoziert“, ist die einhellige Meinung der GRÜNEN in der VG Brohltal.

Befürworter des Neubaus benennen als Vorteil, dass in den derzeitigen Räumen ein Drogeriemarkt einziehen könnte. „Weder Politik noch Verwaltung können festlegen, welches Unternehmen in das Ladenlokal einziehen wird. Zudem ist bereits ein Drogeriemarkt in Burgbrohl-Weiler in Planung, so dass die Region ausreichend versorgt ist“, so Jutta Dietz.

Am 26.03. stimmt der Verbandsgemeinderat über die Änderung des Flächennutzungsplans ab. Die GRÜNEN werden dagegen stimmen: „Wir sehen negative Folgen für den Hochwasserschutz, die Dorfentwicklung und das Handwerk und rufen alle Ratsmitglieder auf, die Planänderung abzulehnen. Zukunftsfähige Nahversorgung bedeutet kurze Wege und gute ÖPNV-Anbindung. Ein Neubau am Ortsrand ist das genaue Gegenteil davon.“