Sommertour von Corinna Rüffer MdB, Start in der Werkstatt Adenau

Foto Werner Dreschers

Der Ortsverband Adenau von Bündnis 90/Die Grünen begleitete die Bundestagsabgeordnete Corinna Rüffer auf ihrer Sommertour im Kreis Ahrweiler. Mit dabei war das vierköpfige Team aus Werkstätten um Trier. Start der Tour war die 2021 eröffnete Caritas‑Werkstatt Adenau. Dort informierte sich die Delegation über ein Qualifizierungsprojekt, das Menschen mit Beeinträchtigungen neue Wege in den Arbeitsmarkt eröffnet.

Gastgeber war Franz Josef Bell, Geschäftsbereichsleiter Arbeit der St. Raphael Caritas Alten‑ und Behindertenhilfe GmbH (CAB) mit Sitz in Mayen. Er verantwortet mehrere Werkstattstandorte – darunter Adenau, Sinzig sowie Ulmen. Mit großer Freude berichtete er von der VOX‑Fernsehserie „Herbstresidenz“ mit Fernsehkoch Tim Mälzer und Schauspieler André Dietz, die 2025 im Caritas‑Pflegeheim St. Nikolaus an der Mosel gedreht wurde. Menschen mit Behinderung lebten dort 90 Tage mit Senior:innen zusammen und wurden zu Alltagshelfer:innen qualifiziert.

Die Pflegeschule Daun entwickelte daraufhin ein Curriculum, das in Adenau umgesetzt wird. In der Werkstatt Adenau, unter Leitung von Britta Lott und Betriebsstättenleiter Johannes Haubrich, nahmen zehn Beschäftigte an dieser Qualifizierung teil. Sie arbeiten jetzt tageweise außerhalb der Werkstatt – etwa im Altenheim Villa am Buttermarkt oder bei einem Rennsportunternehmen in der Umgebung. Die Teilnehmenden erleben Selbstwirksamkeit und den Sinn ihrer Arbeit, während die Einrichtungen spürbar entlastet werden. Haubrich betonte die Bedeutung solcher Außenarbeitsplätze, auch wenn die Beschäftigten weiterhin über die Werkstatt angestellt sind und somit eigentlich nichts verdienen.

Den Grünen und Corinna Rüffer ist es ein Anliegen, Ausgrenzung zu reduzieren und Menschen mit Beeinträchtigungen echte Teilhabe in Betrieben zu ermöglichen. Sie begrüßten das Projekt ausdrücklich. Ihr Team brachte zusätzliche Impulse mit: Martina stellte das luxemburgische Projekt „Disability Sunflower“ vor – ein internationales Symbol für Menschen mit nicht sichtbaren Beeinträchtigungen. Jürgen, selbst Werkstattratsmitglied, betonte die Chancen und Grenzen der aktuellen Finanzierungsstrukturen. Wichtig ist, dass man auch die Werkstatt verlassen kann und ganz in den ersten Berufsmarkt einsteigen kann, um sein eigenes Geld zu verdienen.

Der Besuch zeigte eindrucksvoll, wie soziale Innovation, regionale Zusammenarbeit und mutige Pilotprojekte neue Wege für Inklusion eröffnen – an der Mosel und in Adenau.