30 Jahre Grüne an Rhein und Ahr

Zu einem Stehempfang anläßlich seines 30-jährigen Bestehens hatte der Kreisverband Ahrweiler von Bündnis 90/Die Grünen für das vergangene Wochenende ins Weingut Maibachfarm nach Ahrweiler eingeladen. Eveline Lemke, Kreis- und Landessprecherin der Grünen sowie Landtags-Spitzenkandidatin der rheinland-pfälzischen Grünen, sowie Kreissprecher Wolfgang Schlagwein konnten im Barrique-Keller des Bio-Weinguts rund 100 Gäste begrüßen. „Anti-Atomkraft­plakate hingen an der Tür, Son­nenblumen schmückten die Ti­sche, und die Gratulanten achte­ten bei ihren Präsenten auf das Prädikat ‚Bio‘, berichtete der Bonner General-Anzeiger gestern.

Grußworte sprachen die grünen Bundestagsabgeordneten Ulrike Höfken und Tabea Rößner, Eckart Lesch von der Europa-Union des Kreises Ahrweiler, Marcel Hürter aus Wassenach, der persönliche Referent des rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministers Hendrik Hering und B-Kandidat der SPD für die Landtagwahl 2011 im Landtagswahlkreis 13, sowie Landrat Dr. Jürgen Pföhler (CDU).

Höfken blickte zurück auf die Zeit vor 30 Jahren und zitierte lachend den SPD-Politiker Egon Bahr, der damals sagte: „Die Grünen sind eine Gefahr für die Demokratie“. Ohne die Grünen würde es den mit 768 Pferdestärken ausgestatteten neuen Porsche Spider nicht geben, der nur drei Liter Benzin verbraucht, sagte Landrat Pföhler und lobte: Die Grünen hätten über die Jahre den Sprung in die Industriegesellschaft geschafft. Beim Vogelschutz und beim Nür­burgring habe es zwar Diskussionen mit den Grünen gegeben.

Letzten Endes aber habe man sich in etlichen Punkten von den Grünen überzeugen lassen. So sei es nicht Aufgabe des Kreises, Hotels, Diskotheken oder eine Rennstrecke zu betreiben. Gemeinsam habe man unter anderem die Solarstrom Ahrweiler GmbH, die ökologische Sanierung der Schulen und den noch in der Um­setzung befindlichen Biomasse- Masterplan erreicht, so der Landrat. An den Kon­sens bei der Trinkwasserversor­gung erinnerte der Kreisstadt-Beigeord­nete Rudi Frick, und Marcel Hürter befand: „Die Grünen ha­ben Deutschland ökologischer, freier und weltoffener gemacht.“

Nur wenige Wochen nach Gründung der Bundespartei in Karlsruhe wurde im Kreis Ahrweiler ein Kreisverband gegründet, der zunächst auch den Bereich Mayen abdeckte. „Was im Februar 1980 mit 15 Po­litikinteressierten bei der Grün­dungsversammlung in der einsti­gen Ahrweiler Gaststätte „Zum Römer“ begann, ist zu einer fast 100 Mitglieder zählenden Kreis­partei herangereift, die zum Ge­burtstag viel Grund zur Freude hatte und auch von anders ge­sinnten Wegbegleitern viel Lob er­fuhr“, formuliert GA-Reporterin Andrea Simons. Mit der Kommunalwahl 1984 zogen die Grünen in den Kreistag Ahrweiler ein. Und mit Gründungsmitglied Helmuth Mauhs und Wolfgang Schlagwein errangen bei der Kommunalwahl 1989 die ersten beiden Grünen Mandate im Stadtrat Bad Neuenahr-Ahrweiler. Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen gibt es heute nicht mehr nur im Kreistag Ahrweiler und in Bad Neuenahr-Ahrweiler, sondern auch in den Stadträten von Sinzig und Remagen.

Zu den bestimmenden Themen gehörte von Anfang an die Umstellung auf eine dezentrale Energieversorgung. Deshalb dürfte die Gründung der Ahrtalwerke vor wenigen Wochen insbesondere für Kreissprecher Schlagwein, der dieses Thema über Jahrzehnte vorverfolgte, zu den schönsten Geschenken zum Kreisverbands-Geburtstag gezählt haben. Das Thema „Umstellung auf regionale Energieversorgung mit regenerativen Energieträgern“ ist für die Grünen aber längst noch nicht abgechlossen: „Wir neh­men erst Anlauf. Jetzt müssen die örtlichen Energieversorger laufen lernen“, sagte Schlagwein.

Ein großes neues Aufgabengebiet sieht Eveline Lemke darin, den Anteil der ökologisch wirtschaftenden landwirtschaftlichen Betriebe auf zehn Prozent zu erhöhen. „Da gibt es noch viel Wirtschaftspotential für die Region, das ausbaufähig ist und Grüne bestimmt auch die Politiker anderer Couleur überzeugen können“, so Lemke.

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