Wolfgang Schlagwein: Wir haben eine Alternative

Die Atomkatastrophe in Japan lässt nach Ansicht der Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen im Kreistag Ahrweiler und im Stadtrat Bad Neuenahr-Ahrweiler keinen Zweifel mehr zu: Wir müssen den Ausbau der Erneuerbaren Energien beschleunigen und dürfen keine Zeit mehr verlieren, die vollständige Versorgung mit „Erneuerbaren“ schnellstmöglich zu erreichen. „Wir haben eine Alternative zur Atomkraft wie auch zu den endlichen fossilen Energien. Sie jetzt in aller Konsequenz zu ergreifen, ist auch eine ganz besondere Verantwortung der Kommunalpolitik im Kreis, fordert Fraktionssprecher Wolfgang Schlagwein für die beiden Grünen-Fraktionen.

„Was sich in Japan auf dramatische Weise zeigt, ist das so genannte ‚Rest-Risiko’ der Atomkraft. Zu den Lehren daraus gehört nicht nur, die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke sofort zurückzunehmen. Mit dieser Selbstverständlichkeit auf Bundesebene allein ist es nicht getan. Wir müssen auch und gerade vor Ort jetzt alle Hebel für 100% Erneuerbare Energien in Bewegung setzen.“

Grundsatzbeschlüsse im Kreistag und in den Gemeinderäten zum schnellstmöglichen Ausbau der Erneuerbaren Energien seien überall im Kreis Ahrweiler überfällig. Dazu gehöre auch ein klare Strategie zur Umsetzung, um aus einzelnen Ansätzen ein stimmiges Konzept zu entwickeln: Mit welchen Anlagen auf welchen Flächen, mit welchem Mix an Wind, Sonne, Biomasse, Erdwärme und Wasserkraft und mit welchen Akteuren wollen wir das Ziel erreichen?
„Die notwendigen Schritte und Entscheidungen müssen hier vor Ort herbeigeführt und die notwendigen Schritte regional organisiert werden. Die Menschen wollen ein klares Signal, dass die kommunale Politik diese Verantwortung erkannt hat und sich dazu auf den Weg macht – und wie dieser Weg aussieht“, so Schlagwein.

Einen entsprechenden Antrag hatten die Grünen im März 2009 in den Kreistag eingebracht, der nach der Katastrophe in Japan „jetzt hoffentlich endlich mehrheitsfähig wird“. Schlagwein hält aber auch „Druck von unten für eine wirkliche Energiewende“ für notwendig – nicht nur auf die Bundes- und Landes-, sondern auch die Kommunalpolitik.

„Noch mehr Menschen muss bewusst werden, dass sie nur mit Erneuerbaren Energien ihre Energieversorgung selbst in die Hand nehmen können und müssen. Wir dürfen die Energieversorgung nicht den großen Konzernen überlassen. Kommunale Unternehmen wie die Ahrtalwerke oder die Solarstrom GmbH des Kreises, Bürger-Energiegenossenschaften wie die Eifel-Energie-Genossenschaft Eegon oder der Solarverein „Goldene Meile“ sind beispielhafte Akteure für eine Energiewende. Sie zeigen: Der Systemwechsel hin zu einer dezentralen Energieversorgung mit Erneuerbaren Energien hat begonnen.“

  • Den Antrag „100% Erneuerbare Energien: Entwicklungspfad für den Landkreis Ahrweiler“ der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen zur Tagesordnung der nächsten Sitzung des Kreistags Ahrweiler können Sie hier herunterladen (PDF, 3 Seiten).

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