Massiver Protest gegen Bauvorhaben „Alter Garten“ in Unkelbach

Neben einem Dutzend Bürgern haben auch die Remagener Grünen erhebliche Bedenken angemeldet
Für die Remagener Grünen im Stadtrat ist das geplante Baugebiet „Alter Garten“ in Unkelbach unnötig, es ist ökologisch unverantwortbar, es belastet über die steigenden Wasser- und Abwassergebühren alle Remagener Bürger und es schädigt langfristig sogar die Eigentümer von vorhandenen Häusern in Unkelbach selbst. Wie Grünen-Fraktionssprecher Frank Bliss gegenüber der Presse betont, habe man in 16 Punkten Widerspruch eingelegt. Dabei stünden nicht Änderungen am Bebauungsplan im Mittelpunkt, vielmehr werde der Bebauungsplan insgesamt als unnötig und schädlich abgelehnt. In ähnlicher Weise hätten auch rund ein Dutzend andere Bürger ihren Protest gegenüber der Stadt eingereicht.
Nach Auffassung der Grünen fehlt eine Bedarfsanalyse, die u.a. den demographischen Wandel berücksichtigt, d.h. mehr Häuser, aber immer weniger Menschen in Unkelbach. Spätestens in 20 Jahren führe dies bei Zunahme von Leerständen zu einem radikalen Wertverfall für bestehende Häuser. Bisher sei in keiner Weise erkennbar, dass es einen Bedarf an zusätzlichem Bauland in Unkelbach für die nachfolgende Generation gebe. Der wiederholt öffentlich vorgetragene Hinweis, dass die Bevölkerung in Unkelbach nur gehalten werde können, wenn die nächste Generation Bauplätze in der elterlichen Gemeinde erhalten würde, sei durch kein einziges Beispiel belegt. Zudem gebe es auch laut dem kürzlich erstellten Baulückenkataster in Unkelbach weiterhin hinreichend Bauplätze.
Besonders spricht nach Ansicht der Grünen gegen den Bebauungsplan, dass es dafür keinerlei öffentliches Interesse gebe. Die Initiative zur Planaufstellung sei vor allem von Einzelpersonen mit Grundstücken im Plangebiet ausgegangen, die seit Jahren (z.T. auch als Mandatsträger in städtischen Gremien) aktiv Lobbyarbeit für die Umwandlung ihrer landwirtschaftlichen Grundstücke in teures Bauland betrieben. Die Gewinnmaximierung stehe hier Pate, nicht der wirkliche Bedarf an Bauflächen.
Durch die Begünstigung Einzelner würden nach Ansicht von Grünen-Sprecher Frank Bliss viele Unkelbacher Bürger sogar unmittelbar geschädigt. So wollten eine Reihe von Anwohnern ihre Gärten und landwirtschaftlichen Nutzflächen schlichtweg behalten und nicht zu deren Verkauf als Bauland gezwungen werden. Für einige Unkelbacher würde die Erschließung der Baugrundstücke zur Folge haben, dass sie selbst für Zufahrten zu den ihnen zwangsweise verordneten Neubauten zahlen müssten, ohne davon einen Nutzen zu haben. Zudem seien Familien gerade wegen des Naherholungsgebiets in Wohnnähe nach Unkelbach gezogen, sollten aber sogar Teile ihres eigenen Grundstücks zur Bebauung abgeben.
Besonders schwer wiegt nach Auffassung der Grünen auch, dass bisher jede Kosten-Nutzen-Analyse für das Projekt fehle, d.h. die Frage völlig ungeklärt sei, was an Belastungen in den nächsten 20 Jahren auf Remagen zukommen werde. Insbesondere sei nicht ersichtlich, in welchem Umfang ein zusätzliches Baugebiet in Unkelbach die Gebühren für Wasserversorgung und Abwasserentsorgung in der gesamten Stadt beeinflussen werde. Wie im Fall des Bandorfer Neubaugebiets „Krummen Morgen“ stehe zu erwarten, dass die Gesamtheit der Haushalte in Remagen nun auch für das exklusive Baugebiet in Unkelbach erhöhte Tarife aufzubringen haben.
Kritisch ist für die Grünen auch, dass das Baugebiet der Landesplanung erheblich widerspricht. So fehlten alle Aussagen zur Verkehrsplanung völlig. Unkelbach sei vom Öffentlichen Personennahverkehr nahezu abgekoppelt und habe daher nach der Landesplanung keinerlei Priorität für ein Neubaugebiet. Dagegen würde dessen Realisierung erheblich zur Zersiedelung der Landschaft beitragen, würde die Zahl der Wege zwischen Arbeit und Wohnen erhöhen und damit in erheblichem Umfang umweltschädlich sein.
Nach dem letzten Hochwasser in Bereich der Unkelbacher Mühle sei nach Auffassung der Grünen Ursachenforschung zu betreiben und eine Wiederholung möglichst zu verhindern. Aus den Planungen sei nicht ersichtlich, dass überhaupt auf die spezifische Hochwassersituation in Unkelbach eingegangen werde. Die Auslegung der Wasserspeicher (Wasserrückhaltung) sei auf einen Bruchteil der Durchflüsse aus 30 – 100 jährigen Regenereignissen ausgelegt, so dass bei einem zusätzlichen Wasserabfluss von rund einem Hektar überbauter Fläche erhebliche Schäden zu erwarten seien. Wenn die Stadt diesbezüglich dem Hochwasser 2010 keine Lehren ziehe, so müsse nach Ansicht der Grünen von einer Billigung der Schäden durch die Verwaltung ausgegangen werden.
Nicht zuletzt sind sich jene zahlreichen Bürger, die gegen das Baugebiet Widerspruch eingelegt haben, mit den Grünen einig, dass das vorgesehene Gebiet des „Alten Garten“ (Foto) aus ökologischen Gründen für eine Bebauung ungeeignet sei. In der vorherrschenden Nordlage sei im Tagesdurchschnitt die Beschattung erheblich. Dies führe zu sehr niedriger Energieeffizienz der Neubauten. Zudem bestehe durch die vorgesehene massige Bauweise die Gefahr, dass bestehende Gebäude durch Beschattung in Mitleidenschaft gezogen würden und entsprechend an Energieeffizienz verlören. Das Thema „Biotopvernetzung“ sei den Planern in diesem Kontext offenkundig unbekannt.
In der bestehenden Hanglage liefen die Planungen zudem auf die Schaffung eines überdurchschnittlich teuren Baugebietes hinaus. Auf der vorgesehenen Fläche seien Feuchtstellen bekannt, möglicherweise sogar Sickerquellen. In Hanglage sei teilweise eine Überbrückung von fünf Meter Gefälle auf einem Grundstück notwendig, was sehr teure Fundamentierungen benötige, die das Baugebiet zu einem Refugium für wohlhabende Investoren, nicht aber für junge Familien machen würden. „Ein absolut unnötiges Baugebiet, das ausschließlich ein paar privaten Interessen entgegenkommen soll“, fasst Grünen-Sprecher Frank Bliss die Planung zusammen.
Anlage: Ansicht des „Alten Garten“
Bündnis 90/Die Grünen im Rat der Stadt Remagen

Massiver Protest gegen Bauvorhaben „Alter Garten“ in UnkelbachNeben einem Dutzend Bürgern haben auch die Remagener Grünen erhebliche Bedenken angemeldet
Für die Remagener Grünen im Stadtrat ist das geplante Baugebiet „Alter Garten“ in Unkelbach unnötig, es ist ökologisch unverantwortbar, es belastet über die steigenden Wasser- und Abwassergebühren alle Remagener Bürger und es schädigt langfristig sogar die Eigentümer von vorhandenen Häusern in Unkelbach selbst. Wie Grünen-Fraktionssprecher Frank Bliss gegenüber der Presse betont, habe man in 16 Punkten Widerspruch eingelegt. Dabei stünden nicht Änderungen am Bebauungsplan im Mittelpunkt, vielmehr werde der Bebauungsplan insgesamt als unnötig und schädlich abgelehnt. In ähnlicher Weise hätten auch rund ein Dutzend andere Bürger ihren Protest gegenüber der Stadt eingereicht.Nach Auffassung der Grünen fehlt eine Bedarfsanalyse, die u.a. den demographischen Wandel berücksichtigt, d.h. mehr Häuser, aber immer weniger Menschen in Unkelbach. Spätestens in 20 Jahren führe dies bei Zunahme von Leerständen zu einem radikalen Wertverfall für bestehende Häuser. Bisher sei in keiner Weise erkennbar, dass es einen Bedarf an zusätzlichem Bauland in Unkelbach für die nachfolgende Generation gebe. Der wiederholt öffentlich vorgetragene Hinweis, dass die Bevölkerung in Unkelbach nur gehalten werde können, wenn die nächste Generation Bauplätze in der elterlichen Gemeinde erhalten würde, sei durch kein einziges Beispiel belegt. Zudem gebe es auch laut dem kürzlich erstellten Baulückenkataster in Unkelbach weiterhin hinreichend Bauplätze.Besonders spricht nach Ansicht der Grünen gegen den Bebauungsplan, dass es dafür keinerlei öffentliches Interesse gebe. Die Initiative zur Planaufstellung sei vor allem von Einzelpersonen mit Grundstücken im Plangebiet ausgegangen, die seit Jahren (z.T. auch als Mandatsträger in städtischen Gremien) aktiv Lobbyarbeit für die Umwandlung ihrer landwirtschaftlichen Grundstücke in teures Bauland betrieben. Die Gewinnmaximierung stehe hier Pate, nicht der wirkliche Bedarf an Bauflächen. Durch die Begünstigung Einzelner würden nach Ansicht von Grünen-Sprecher Frank Bliss viele Unkelbacher Bürger sogar unmittelbar geschädigt. So wollten eine Reihe von Anwohnern ihre Gärten und landwirtschaftlichen Nutzflächen schlichtweg behalten und nicht zu deren Verkauf als Bauland gezwungen werden. Für einige Unkelbacher würde die Erschließung der Baugrundstücke zur Folge haben, dass sie selbst für Zufahrten zu den ihnen zwangsweise verordneten Neubauten zahlen müssten, ohne davon einen Nutzen zu haben. Zudem seien Familien gerade wegen des Naherholungsgebiets in Wohnnähe nach Unkelbach gezogen, sollten aber sogar Teile ihres eigenen Grundstücks zur Bebauung abgeben.Besonders schwer wiegt nach Auffassung der Grünen auch, dass bisher jede Kosten-Nutzen-Analyse für das Projekt fehle, d.h. die Frage völlig ungeklärt sei, was an Belastungen in den nächsten 20 Jahren auf Remagen zukommen werde. Insbesondere sei nicht ersichtlich, in welchem Umfang ein zusätzliches Baugebiet in Unkelbach die Gebühren für Wasserversorgung und Abwasserentsorgung in der gesamten Stadt beeinflussen werde. Wie im Fall des Bandorfer Neubaugebiets „Krummen Morgen“ stehe zu erwarten, dass die Gesamtheit der Haushalte in Remagen nun auch für das exklusive Baugebiet in Unkelbach erhöhte Tarife aufzubringen haben. Kritisch ist für die Grünen auch, dass das Baugebiet der Landesplanung erheblich widerspricht. So fehlten alle Aussagen zur Verkehrsplanung völlig. Unkelbach sei vom Öffentlichen Personennahverkehr nahezu abgekoppelt und habe daher nach der Landesplanung keinerlei Priorität für ein Neubaugebiet. Dagegen würde dessen Realisierung erheblich zur Zersiedelung der Landschaft beitragen, würde die Zahl der Wege zwischen Arbeit und Wohnen erhöhen und damit in erheblichem Umfang umweltschädlich sein.Nach dem letzten Hochwasser in Bereich der Unkelbacher Mühle sei nach Auffassung der Grünen Ursachenforschung zu betreiben und eine Wiederholung möglichst zu verhindern. Aus den Planungen sei nicht ersichtlich, dass überhaupt auf die spezifische Hochwassersituation in Unkelbach eingegangen werde. Die Auslegung der Wasserspeicher (Wasserrückhaltung) sei auf einen Bruchteil der Durchflüsse aus 30 – 100 jährigen Regenereignissen ausgelegt, so dass bei einem zusätzlichen Wasserabfluss von rund einem Hektar überbauter Fläche erhebliche Schäden zu erwarten seien. Wenn die Stadt diesbezüglich dem Hochwasser 2010 keine Lehren ziehe, so müsse nach Ansicht der Grünen von einer Billigung der Schäden durch die Verwaltung ausgegangen werden.Nicht zuletzt sind sich jene zahlreichen Bürger, die gegen das Baugebiet Widerspruch eingelegt haben, mit den Grünen einig, dass das vorgesehene Gebiet des „Alten Garten“ (Foto) aus ökologischen Gründen für eine Bebauung ungeeignet sei. In der vorherrschenden Nordlage sei im Tagesdurchschnitt die Beschattung erheblich. Dies führe zu sehr niedriger Energieeffizienz der Neubauten. Zudem bestehe durch die vorgesehene massige Bauweise die Gefahr, dass bestehende Gebäude durch Beschattung in Mitleidenschaft gezogen würden und entsprechend an Energieeffizienz verlören. Das Thema „Biotopvernetzung“ sei den Planern in diesem Kontext offenkundig unbekannt.In der bestehenden Hanglage liefen die Planungen zudem auf die Schaffung eines überdurchschnittlich teuren Baugebietes hinaus. Auf der vorgesehenen Fläche seien Feuchtstellen bekannt, möglicherweise sogar Sickerquellen. In Hanglage sei teilweise eine Überbrückung von fünf Meter Gefälle auf einem Grundstück notwendig, was sehr teure Fundamentierungen benötige, die das Baugebiet zu einem Refugium für wohlhabende Investoren, nicht aber für junge Familien machen würden. „Ein absolut unnötiges Baugebiet, das ausschließlich ein paar privaten Interessen entgegenkommen soll“, fasst Grünen-Sprecher Frank Bliss die Planung zusammen.Anlage: Ansicht des „Alten Garten“Bündnis 90/Die Grünen im Rat der Stadt Remagen

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