B266: Die Katze ist aus dem Sack

Ratsmehrheit wünscht Anbindung der B266 an die A3 jenseits des Rheins

wolfgang_klein

Stadtratsmitglied Wolfgang Schlagwein

„Die Katze ist aus dem Sack“, kommentiert Ratsmitglied Wolfgang Schlagwein die neue Beschlußlage des Stadtrates zur B266neu. Gegen die Stimmen der Grünen verabschiedete eine große Ratsmehrheit ein Papier, das die „verkehrstechnisch wünschenswerten direkte Anbindung der A61 und des Ahrtals an die Rheinschiene und perspektivisch an die A3 jenseits des Rheins“ fordert. Dieses Papier soll nun der Landesregierung zugestellt werden.

„Die Wahrheit steht nun geschrieben: es geht nicht um eine Ortsumgehung für Lohrsdorf, es geht um die offenbar unausrottbaren Pläne einer großräumigen Südumfahrung des Ballungsraumes Köln/Bonn durch das untere Ahrtal. Nicht Ortsumgehung Lohrsdorf, sondern Anbindung an die A3. Nicht Entlastung, sondern zusätzliche Belastung des unteren Ahrtals. Nicht weniger Verkehr, sondern noch mehr Verkehr, noch mehr Lärm, noch mehr Abgase, noch mehr Versiegelung und Zerschneidung der Landschaft“, hielt Schlagwein in seinem Redebeitrag für Die Grünen dagegen.

„Dabei ist der Schaden längst da, aus dem zu Wenige klug geworden sind“, spielte Schlagwein auf einen anderen Punkt der Tagesordnung dieser Ratssitzung an. Der Grüne zitierte aus den Unterlagen des Bebauungsplanes „Landskroner Straße“, die das geplante Neubaugebiet in Heppingen als  „lärmvorbelastetes Gebiet“ einstufen. Der Lärm der angrenzenden Straßen, gerade auch der B266neu, ist nach den Lärmmessungen heute schon so hoch, dass Wohnen nur noch mit teuren, aufwändigen Lärmschutzmaßnahmen und mit erheblichen Einschränkungen und Auflagen möglich ist.

© Gabi Eder  / PIXELIO

© Gabi Eder / PIXELIO

Die Ausrichtung der Fenster, die Lage der Schlafzimmer: alles sei aus Schallschutzgründen vorgeschrieben. „Grundrissgestalterische und passive Schallschutzmaßnahmen“, der  „Einbau schallgedämmter Belüftungsanlagen“ und „schallgedämmte Außenbauteile nach den Anforderungen der DIN 4109“, zitierte Schlagwein die Festsetzungen, denen sich Bauherren dort  unterwerfen müssen und die auch auf andere Neubaugebiete der östlichen Stadteile zukommen..

„Und nun wünscht eine große Mehrheit des Stadtrates wörtlich auch noch die großräumige vierspurige Verbindung zwischen A61 und A3 durchs untere Ahrtal. Da gibt das Baugebiet Landskroner Straße nur einen Vorgeschmack auf die Wohnqualität, die uns im unteren Ahrtal erwartet, wenn das auch noch kommt.“

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3 Kommentare

  1. Mathias Heeb

    Bei allem Verständnis für die Lohrdorfer, aber dieser Plan setzt dem ganzen die Krone auf. Was regen sich viele über die Verschandelung der Landschaft und des Ahrtales auf, Schutzzone, Kulturgut usw…
    Lasst uns doch gemeinsam alle weiter so machen, gegen die Wand fahren, noch mehr Verkehr, ach bitte noch dann das FOC in der Grafschaft, wir haben ja noch nicht genug Verkehr im Ahrtal und überhaupt. Lärmschutz, Hochwasserschutz usw. Wer schützt uns eigentlich vor der Spezies Mensch, die den Wahnsinn immer weitertreibt?

  2. Klaus Puchstein

    Eine Verbindung von der A 61 zur A 3 durch das Ahrtal von Bad Neuenahr bis zur A3 würde auf der östlichen Rheinseite den Naturpark Rhein-Westerwald durchschneiden. Das wäre dann neben der Strecke von Neuwied nach Gierend die 2. Hauptverkahrsader in diesem Naturpark.
    Was würde diese Strecke für das östliche Ahrtal bedeuten?
    24 Stunden LKW-Verkehr in beiden Richtungen! Warum? Alles, was auf der A61 Richtung Frankfurt – Würzburg und weiter will und in umgekehrter Richtung, würde diesen Weg wählen statt bei Köln oder Koblenz den Rhein zu queren. Alles, was von Dortmund Richtung Trier – Saarbrücken und weiter will und umgekehrt, würde ebenfalls diesen Weg wählen. Dabei wäre es vollkommen gleichgültig, ob die Strecke mautpflichtig wird oder nicht. Sie ist einfach kürzer und schneller für den Transitverkehr. Das Ahrtal bekommt den Dreck und den Lärm und alle anderen ziehen den Nutzen.