Die Fenster der Konzerthalle, längst nicht mehr im Originalzustand, werden originalgetreu nach dem Entwurf des Bauhausarchitekten Hermann Weiser erneuert

Wiederaufbau der Kurparkliegenschaften

„Damit nicht die erstbesten, sondern die besten Entwürfe und Ideen zum Zug kommen“:  lange genug haben Bündnis90/Die Grünen für städtebauliche Wettbewerbe in Bad Neuenahr-Ahrweiler geworben. Ganz besonders auch für zentralen Kurparkliegenschaften des Heilbads. Fraktionssprecher Wolfgang Schlagwein machte das an einem der Entwürfe für den Wiederaufbau, wie er jetzt öffentlich im Stadtrat vorgestellt wurde, deutlich: „Architekten gehen ganz unterschiedlich auf die örtlichen Gegebenheiten ein, interpretieren sie und nehmen sie auf. Die hervorragend und ganz neu gelöste Eingangssituation der Konzerthalle im ausgewählten Entwurf für deren Wiederaufbau ist ein gutes Beispiel.“ Nach langen Beratungen im Stadtrat werden außerdem die Fenster der Konzerthalle nach dem Originalentwurf von Bauhaus-Architekt Hermann Weiser erneuert.

Der Entwurf war aus einem wettbewerblichen Dialog nach europaweitem Teilnahmewettbewerb hervorgegangen.

Der komplette Redebeitrag im Stadtrat vom 29. April 2019:

„Die Grünen haben in den vergangenen Jahren lange und viel geworben für mehr städtebauliche Wettbewerbe in der unserer Stadt. Inzwischen hat der Rat eine ganze Reihe solcher Wettbewerbe auf den Weg gebracht, in unterschiedlichen Varianten: Planungswettbewerb, Konzeptvergabe und eben den wettbewerblichen Dialog wie hier zu den Kurparkliegenschaften. Im Nachhinein hätte es hier auch die Variante Planungswettbewerb sein können, da die Stadt nun selbst als Bauherr auftritt. Entscheidend aber ist, dass wir die weitere Entwicklung der Kurparkliegenschaften nach einem europaweitem Teilnahmewettbewerb auf wenigstens zwei unterschiedlichen Entwürfen zweier Architekturbüros aufbauen konnten. Es hätten gerne auch ein oder zwei mehr sein können. Aber man muß sich den Ergebnissen eines solchen Wettbewerbes dann eben auch stellen.

Das Ziel, das Die Grünen mit Wettbewerben verfolgen, ist aber erreicht: es soll eine Auswahl unterschiedlicher Entwürfe geben, damit nicht die erstbesten, sondern die besten zum Zug kommen. Was das heißt, können Sie heute am Beispiel des ausgewählten Entwurfs sehen, u.a. an der unterschiedliche Art und Weise, wie Architekten auf die örtlichen Gegebenheiten eingehen, sie interpretieren und aufnehmen:

In diesem Fall sind, nur 2 Beispiele,  es die völlig neue Orientierung  der Eingangssituation der Konzerthalle oder die Ausrichtung der gesamten Gebäudeflucht entlang der Mittelachse der Kurgartenstraße. 

Der Stadtrat hat sich allein in diesem Jahr in 3 Sitzungen (und zu den Ratssitzungen gehören ja auch entsprechende Sitzungen der Fraktionen) lange und ausführlich mit diesen Entwürfen auseinandergesetzt, gemeinsam mit der Verwaltung. Wir haben sie miteinander verglichen, haben einen Entwurf dann ausgewählt, haben ihn konkretisiert, haben uns auch entschieden, die Priorität auf die Realisierung der öffentlichen Gebäude (Haus des Gastes, Touristinformation, Konzerthalle, Stadtbücherei) zu legen.

Die Ratsmitglieder, die dabei waren (und die bei der Sache waren), werden in der Sitzungsvorlage heute nichts Neues finden – außer den Weiterentwicklungen und Prüfergebnissen, wie sie der Rat selbst im Januar 2019 beauftragt hat. Bestes Beispiel: das Wiedererstehen der ursprünglichen Fensterformen der Konzerthalle in der exakten Formensprache des Bauhausarchitekten Hermann Weiser. Neu sind auch die positive Aussagen zur Finanzierung durch das Land, und das ist nun mitnichten ein Grund, heute Abend von der Fahne zu gehen.

Ob und wie sich weitere Deckungsbeiträge, etwa durch die weitere Bebauung entlang der Kurgartenstraße, realisieren lassen, wird sich erst noch erweisen.

Auf diesem Zwischenergebnis können wir aufbauen und den weiterführenden Auftrag bis zur Genehmigungsplanung erteilen. Wir regen an, nach der Leistungsphase 3 aber noch einmal die dann weiterentwickelte Planung im Stadtrat vorzustellen.“

Konzerthalle und Wandelgang heute: Überall Baustützen..
… keine Werbung fürs Heilbad

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