Über die Landesgrenze hinweg

Remagener und Bonner Grünen-Fraktionen im Gespräch

Am Mittwochabend trafen sich auf Einladung der Remagener Grünen-Stadtratsfraktion Vertreterinnen und Vertreter der Bonner und Remagener Bündnisgrünen im Brauhaus am Rhein zum Informations- und Meinungsaustausch. Für die Bonner Ratsfraktion erläuterte deren langjähriges Mitglied und ehemalige Landtagsabgeordnete in Düsseldorf, Rolf Beu, den Aufbau von Rat und Verwaltung sowie das Zusammenspiel des Bonner Stadtrates mit Oberbürgermeister und Verwaltung. Beu, der auch Vorsitzender des Bonner Planungs- und Verkehrsausschusses ist, stellte anschließend einige Bonner Projekte mit Relevanz für die Nachbarstadt Remagen vor, so den geplanten Ausbau des Radweges am Rhein in Bonn bis zur Landesgrenze.

Auf Remagener Seite führten Stefani Jürries und Frank Bliss, die erst kürzlich gewählte Doppelspitze der Stadtratsfraktion, die Gäste in die Grundlagen der Kommunalverwaltung in Rheinland-Pfalz ein und erläuterten die Aufstellung des Stadtrates seit den Kommunalwahlen im Mai. Im Anschluss an den Informationsaustausch kamen eine Reihe grenzübergreifender Themen zur Sprache, bei denen sich die Remagener Grünen zukünftig eine engere Zusammenarbeit nicht nur zwischen den beiden Fraktionen, sondern auch zwischen den Bürgermeistern und Verwaltungen der Nachbarstädte erhoffen. Dabei standen die „alten Themen“ wie die Bahnverbindungen zwischen Bonn und Remagen und die Absicherung des Nachtfahrverbotes auf der B 9 durch das Land Nordrhein-Westfalen auch wieder auf der Tagesordnung.

Darüber hinaus würden sich die Remagener Grünen freuen, so Jürries und Bliss, wenn es demnächst zu einer engeren Zusammenarbeit zwischen beiden Städten im Bereich der Tourismusförderung kommen könnte. So seien in Bonn bei den zahlreichen internationalen Konferenzen Zimmer Mangelware, es würde aber bisher noch wenig Werbung für die Hotels und Restaurants jenseits der Landesgrenze in Remagen gemacht. Das gleiche gelte auch für die Kölnmesse, deren Gäste bis weit ins Sauerland geschickt werden, nicht aber nach Remagen und Kripp. In diesem Zusammenhang erhoffen sich die Remagener Grünen Bonner Unterstützung.

Weitere Gesprächsthemen waren der zunehmende Fluglärm, dem Remagen mit Blick auf die Nachtstarts und -landungen in Köln-Wahn ausgesetzt sei, Fragen der Zusammenarbeit zwischen Bonn und dem Kreis Ahrweiler bei der langfristigen Müllverwertung und eine engere Abstimmung zwischen Remagen und Bonn bei der Fortschreibung des Leitbildes für die Großregion Bonn, zu der sich auch Remagen zugehörig fühlt.

Am Ende des Treffens vereinbarten die Vertreter und Vertreterinnen beider Fraktionen, zu denen aus Remagen neben Bettina Fellmer und Iris Loosen auch der 2. Beigeordnete der Römerstadt, Volker Thehos, gehörte, sich zukünftig regelmäßig treffen zu wollen. Für den Stadtbezirk Bad Godesberg konnte die ebenfalls am Treffen beteiligte Nicole Unterseh, frisch gewählte stellvertretende Bezirksbürgermeisterin des Bonner Stadtteils, auch schon das Stichwort liefern. So könnte man sich nach der Sommerpause genauer mit den Planungsunterlagen für den erwähnten Rad-Schnellweg am Rhein beschäftigen. Darüber hinaus müssten mit Blick auf die zunehmende Bedeutung des Radverkehrs zwischen beiden Städten auch andere Bonn und Remagen verbindende Radwege bzw. deren Fehlen einmal genauer angeschaut werden.

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