Wälder als Wasserspeicher – Lösungen für das Adenauer Land

Mit Freude haben die GRÜNEN im Adenauer Land die Presseberichte aus Bitburg verfolgt und hoffen auf Nachahmung. Die jüngsten SWR Fernsehberichte aus dem Bitburger Wald zeigen eindrucksvoll, wie einfache Maßnahmen helfen können, Wasser länger im Wald zu halten und damit sowohl Trockenheit als auch Hochwasserfolgen abzumildern. Kleine Rückhaltebecken und einfache Anstauungen – oft nicht mehr als ein paar Bretter – verlangsamen den Abfluss und geben dem Boden Zeit, Wasser aufzunehmen. Diese Methoden sind kostengünstig, schnell umsetzbar und können von jeder Gemeinde eingesetzt werden.

Für die 36 Dörfer im Adenauer Land ist dieses Thema von besonderer Bedeutung. Seit über hundert Jahren wurde das Wasser in unseren Wäldern gezielt über Gräben beschleunigt abgeleitet, damit Fichten nicht im Wasser stehen. Dieses Problem existiert heute nicht mehr – viele alte Fichtenplantagen sind bereits abgestorben, die Böden sind trocken, und dennoch fließt das Wasser weiterhin viel zu schnell in die Ahr. Die Folgen kennen wir: ausgetrocknete Hänge, geschwächte Wälder, erhöhte Erosionsgefahr und ein Flusssystem, das bei Starkregen überlastet wird.

Gerade weil sich die Kommunen beim Thema Gewässerzweckverband bislang wegender Kosten nicht einigen konnten und, sollten wir über kleine Lösungen nachdenken, die jeder selbst anpacken kann. Das zeigen die Lösungen aus Bitburg. Schon im kommenden Herbst und Winter könnten wir beginnen, einfache Rückhalteelemente in unseren Wäldern zu bauen – mit lokalem Material, geringem Aufwand und großer Wirkung.

Der nächste Sommer kommt bestimmt. Bereits heute ist fraglich, wie viele Bäume an den trockenen Ahr-Hängen überleben. Ohne Wasser gibt es keinen Wald – und ohne Wald verlieren wir einen der wichtigsten natürlichen Schutzfaktoren gegen Hochwasser und Erosion.

Die Dörfer im Adenauer Land, die Waldbesitzer und Landesforsten haben die Chance, mit pragmatischen, naturnahen Maßnahmen sofort zu handeln. Die Erfahrungen aus Bitburg zeigen: Es braucht nicht viel, um viel zu erreichen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, unsere Wälder wieder zu Wasserspeichern zu machen – für den Schutz der Natur, der Menschen und der Zukunft unserer Region. Das ist der Wunsch der GRÜNEN– und wir hoffen auf breite Unterstützung, auch von Ehrenamt und Bürgerinitiativen.

Info: SWR-Bericht Bitburger Wald

Aus England:  Slow the flow  

Leaky dams – National Trust Hardcastle Crags