Osterhasen würden Bio-Eier kaufen

Wolfgang Schlagwein (von rechts) und Ute Reuland beim Ostereinkauf auf dem Platz an der Linde in Bad Neuenahr.

Eier und Fleisch aus tierquälerischer Massenhaltung – gerade zum Osterfest sollten solche Erzeugnisse nicht auf den Tisch kommen. Wie jedes Jahr vor Ostern, erinnern die GRÜNEN aus dem Kreis Ahrweiler in einem öffentlichen Frühstück mit regionalen und ökologischen Produkten, welchen Einfluß Verbraucherinnen und Verbraucher beim Einkauf ausüben. „Das Bio-Siegel kontrolliert-ökologischer Landwirtschaft bietet dabei auch für artgerechte Tierhaltung die beste Leitlinie“, so Ute Reuland, stellvertretende Sprecherin der grünen Kreistagsfraktion. Mit dabei war auch in diesem Jahr wieder Uli Höfken, Bundestagsabgeordnete und Sprecherin für Ernährung und Agrogentechnik der grünen Bundestagsfraktion.

„Auf unserem Frühstücksbuffet finden Sie Erzeugnisse aus ökologischer Herstellung und daneben auch Käse, Wurst, Honig und Marmelade aus der Region, die zwar (noch) nicht das Biosiegel tragen, aber zumindest aus der Region stammen“, erklärte Ute Reuland. „Beim Kauf von Lebensmitteln aus der Region können sich die VerbraucherInnen im Gespräch oder auch vor Ort selbst ein Bild machen, wie die Tiere gehalten werden bzw. ob die Landwirte eine ordentliche Bewirtschaftung durchführen. Viele Menschen sind auch bereit, dafür einen angemessen höheren Preis zu zahlen“, so die Grüne.

Laut § 16 des Tierschutzgesetzes ist Deutschland verpflichtet, gegen Tierquälerei vorzugehen. Das Bundesverfassungsgericht hat 1999 die Käfigbatterien wegen fehlender Tiergerechtigkeit für verfassungswidrig erklärt. Gequälte Tiere sind krank und werden oft nur mit Antibiotika und anderen Medikamenten am Leben gehalten. 2002 gelang es Verbraucherschutzministerin Renate Künast dank großer Unterstützung von Tierschutzverbänden und VerbraucherInnen, mit einer neuen Nutztierverordnung das endgültige Verbot von Käfigbatterien ab dem Jahr 2007 durchzusetzen. Doch weil Massentierhalter dagegen auf die Barrikaden gingen, kippten Ende 2005 die neue schwarz-rote Bundesregierung und einige Bundesländer das Verbot der Käfighaltung.

Zwar sind seit diesem Jahr die alten Legebatterien in Deutschland verboten, dafür ist aber die sogenannte „Kleingruppenhaltung“ in „ausgestalteten Käfigen“ zugelassen. Käfighennen, die bisher auf einer kleineren Fläche als ein Blatt Papier (Größe DIN A4) dahinvegetierten, wird in den neuen Käfigen ein zusätzlicher Platz von gerade mal zwei Bierdeckeln zugestanden. Damit ist arteigenes Verhalten wie Umherlaufen, Scharren im Boden, Sandbaden, Flügelschlagen und Nestbau weiterhin nicht möglich. Die neuen Käfige sind also genau wie die alten nichts anderes als Tierquälerei!

Uli Höfken fordert daher seit Jahren: „Keine Eier aus Käfighaltung und kein Kaninchenfleisch aus intensiver Masthaltung!“

Denn auch in der Kaninchenhaltung die Missstände seit Jahren bekannt. Weder auf nationaler noch auf europäischer Ebene gibt es gesetzliche Vorschriften für Haltung, Transport und Schlachtung von Kaninchen. De facto müssen die Betriebe zwar die grundlegenden Anforderungen des Tierschutzgesetzes einhalten, die vorschreiben, dass ein Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend gehalten werden muss. Doch ohne klare Umsetzungsvorgaben und strenge Kontrollen lässt sich dies in den Betrieben nicht durchsetzen.

Videoaufzeichnungen aus diesem Jahr belegen, wie in Mastanlagen, die das freiwillige Siegel der „Qualitätsgemeinschaft Kaninchen“ tragen, der Tierschutz mit Füßen getreten wird. „An einer gesetzlichen Regelung führt kein Weg vorbei“, erwartet Uli Höfken von Agrarministerin Aigner die Verabschiedung einer verbindlichen Haltungsverordnung für Zucht- und Mastkaninchen.

Zudem müsse sich die Bundesregierung dafür einsetzen, dass auch auf europäischer Ebene Mindeststandards für die Haltung von Mastkaninchen beschlossen werden und dass ein verbindliches System zur Herkunftskennzeichnung für Kaninchen eingeführt wird. Die Grünen werden in diesem Jahr hierzu erneut einen Antrag im Bundestag auf den Weg bringen, kündigt Uli Höfken an.

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