Karger Acker TSG

Das Logo der TSG.

Für heftige Diskussionen sorgte bei der jüngsten Sitzung des Kreistags Ahrweiler ein Antrag der FWG-Fraktion, die Tourismus und Service GmbH Ahr-Rhein-Eifel (TSG) aufzulösen. Ulrich van Bebber (FDP) hielt den FWG-Antrag für „Effekthascherei“. Karl-Heinz Sundheimer (CDU) fügte hinzu, der Antrag sei sinnlos: Der Kreistag habe über eine Auslösung gar nicht zu befinden, weil er lediglich einer von insgesamt zehn Gesellschaftern sei – neben Kommunen und Privatbetrieben. Die FWG zog ihren Antrag daraufhin zurück. Und der Kreistag beschloss, das Thema in den Kreis- und Umweltausschuss zu verweisen. Der Redebeitrag von Wolfgang Schlagwein, Sprecher der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen, zum Thema:

Als im Kreistag Ende 2004 die Neugründung der TSG beraten wurde, hatten wir nach dem Auseinanderbrechen ihrer Vorläuferin bereits Zweifel, ob ein neuer Versuch einer kreisweiten Organisation noch Sinn macht. Wir wollten eine zweite Chance aber auch nicht verweigern, eine zweite Chance für eine eindeutige Kernkompetenz auf Kreisebene, für eine gemeinsame Dachmarke, für eine klare Schnittstelle und geschäftstaugliche Arbeitsteilung mit örtlichen Organisationen.

Und heute? Ich darf aus dem strategischen Marketingplan der TSG für das Jahr 2009 zitieren, der im Oktober 2008 verfasst wurde – vier Jahre nach dem Kreistagsbeschluss – zur Neugründung der TSG: „Bislang ist der Kreis AW mit keiner klaren Aussage nach außen getreten, sondern mit verwirrenden Markenwelten. Dies ist nicht zielführend und wird im Kommenden durch lediglich eine starke und geografisch verortbare Marke ersetzt, nämlich die Regionsmarke RHEIN AHR EIFEL mit hoher Wiedererkennung und klarer Aussage.“

Der Verfasser hat Rhein Ahr Eifel in Großbuchstaben gesetzt, als habe er das Gefühl gehabt, das es sonst nicht ganz reicht. Realisiert werden soll das alles 2009 durch „ein schlüssiges touristisches Dachmarkenkonzept (vgl. Dachmarkenkonzept Südtirol).“ Flankieren soll ein neuer Slogan „AHR RHEIN EIFEL Dreimal so gut.“ Und da bislang „keine Identifikation der Bürger des Kreises mit der Region“ existiert, soll eine Kampagne „Farbe bekennen für die Region“ aufgelegt werden, wo interessierte Bürger die Möglichkeit bekommen sollen, „aktiv an der farblichen Gestaltung des vorgegeben Dachmarkenlogos mitzuwirken“.

Ich denke, das reicht. Jedenfalls ist der Verfasser und Geschäftsführer inzwischen abhanden gekommen, und das zwingt jetzt zu einer Grundsatzentscheidung. Die Skepsis gegenüber der TSG nimmt nach unserer Wahrnehmung zu statt ab, es gibt nach sechs Jahren immer noch keine unbestrittene Kernkompetenz und keine Dachmarke.

Sollte sich der Kreistag, sollten sich andere Gesellschafter für den Austritt oder ein Ende der TSG insgesamt entscheiden, muss die Abwicklung allerdings auch in geordneten Bahnen geschehen. Wir beantragen: „Der Kreistag erwartet, dass bis zur Klärung der weiteren Zukunft der TSG kein neuer Geschäftsführer bestellt wird. Die Kreisverwaltung wird beauftragt, für die Vorberatung im Kreisausschuss eine Vorlage mit den notwendigen Beschlüssen zum Ausstieg des Kreises aus der TSG wie auch zu einer Auflösung der GmbH unter Berücksichtigung der vertraglichen Bindungen und der finanziellen Auswirkungen zu erstellen. Die Vorlage soll rechtzeitig vorliegen, um einen fristwahrenden Austritt des Kreises zum Schluss des laufenden Geschäftsjahres im Kreistag beraten zu können. Der Kreistag erwartet einen ausführlichen Rechenschaftsbericht der TSG im Kreisausschuss, insbesondere zum Stand der Umsetzung des Strategischen Marketingplans 2009.“

Wir sollten nicht heute, aber baldmöglichst eine Entscheidung herbeiführen – auch im Interesse der Mitarbeiter. An ihnen liegt es nicht, wenn der Acker, auf dem sie schuften, ganz offensichtlich wenig fruchtbar ist. Ein Budget für Tourismusförderung im Kreishaushalt halten wir derzeit bestenfalls in deutlich reduzierter Form für einzelne, konkrete und verbandsgemeindeübergreifende Projekte für angebracht. Jeder Kommune bleibt unbenommen, die dann bei ihr verbleibenden Haushaltsmittel nach ihren Schwerpunkten einzusetzen. Personalbedarf in der Kreisverwaltung selbst sehen wir derzeit nicht.

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