Kinderbetreuung als Standortvorteil

Grüne Infoveranstaltung zu Kita-Ausbau und Kinderbetreuung in Bad Breisig

Wie halten es Bad Breisig und der Kreis Ahrweiler mit der Kinderbetreuung? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer von den Grünen im Breisiger Kulturbahnhof organisierten Veranstaltung mit der Landtagsabgeordneten Elisabeth Bröskamp (Grüne), Verbandsgemeindenbürgermeister Bernd Weidenbach (CDU) und der Grünen Kreistagsabgeordneten Ute Reuland.

Weidenbach informierte zunächst über den Stand des Kindertagesstätten-Ausbaus in der Kurstadt: Anfang August sollen auch hier mindestens 35 Prozent aller Eltern von ein- und dreijährigen Kindern ein Platz in einer kommunalen oder kirchlichen Kindertagesstätten zur Verfügung gestellt werden. Weidenbach sah Bad Breisig bei der Umsetzung des entsprechenden Bundesgesetzes gut aufgestellt, verwies aber auch darauf, dass mit der alten Hauptschule ein kostengünstiges Gebäude für den zusätzlich benötigten Platz eines neungruppigen Kindergartens zur Verfügung stand. Aber auch so gibt es die Kinderbetreuung nicht umsonst, weshalb Weidenbach die so genannte „Kinderbetreuung +1“ als „familienpolitisch vernünftig, aber von der Finanzausstattung her schwierig“ bezeichnete.

„Auch die Städte Bad Neuenahr-Ahrweiler, Remagen oder Sinzig müssen viel Geld in die Schaffung von geeigneten Räumen investieren“, pflichtete die Grüne Ute Reuland dem Bürgermeister bei. Die finanzielle Lage vieler Kommunen in Rheinland-Pfalz sei schwierig. Der Bedarf an Plätzen für die U3-Kinder (unter drei Jahren) sei wesentlich höher als die prognostizierten 35 Prozent der Bundesregierung. Es gebe jetzt schon Wartelisten, von daher sei der Druck, den Ausbau zu beschleunigen, sehr hoch.

Elisabeth Bröskamp kennt die Situation der Kommunen selbst, da sie für die Grünen nicht nur im Landtag, sondern auch im Neuwieder Kreistag sitzt. Die Mutter von vier Kindern machte zwar darauf aufmerksam, dass die Einführung der Kinderbetreuung von ein- und zweijährigen Kindern ein Bundesgesetz sei, warnte aber auch davor, die unterschiedlichen politischen Ebenen – Bund, Ländern, Kommunen – gegeneinander auszuspielen. „Wir brauchen die Kinderbetreuung, um qualifizierten Frauen und Männern ein Erwerbsleben zu ermöglichen. Gerade Kommunen sollten daher eine gute und flächendeckende Kinderbetreuung als Standortvorteil begreifen“, so die Landtagsabgeordnete: „Junge Familien und Alleinerziehende achten in diesem Punkt bei der Wahl ihres Wohnraums sehr genau auf die Infrastruktur.“

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