Kommunalwahlen mit 16 Jahren: Grüne diskutieren über Jugendarbeit und Jugendhilfe

jugend„Jugendliche sind heute nicht grundsätzlich weniger an Politik interessiert als die früheren Generationen junger Menschen. Sie haben aber neben der Schule heute weniger Zeit als früher. Ganztagsschule und die Verkürzung des Gymnasiums auf acht Jahre sind nur zwei Gründe hierfür. Ein weiterer Grund liegt in der Form der politischen Angebote, die junge Menschen derzeit weniger gut erreichen“, so die Grundtendenz eines Beitrages der Landessprecherin der Grünen Jugend, Lena Engel, aus Neuwied. Die Remagener Ratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen hatte am Sonntag zu einem Fachgespräch über Jugendarbeit und Jugendhilfe im Kreis Ahrweiler und in Remagen geladen, an dem neben der Grünen Jugend-Sprecherin auch das langjährige Kreistagsmitglied und Sprecherin der Grünen im Jugendhilfeausschuss des Kreises Ahrweiler, Ute Reuland, sowie die Sozialpädagogin Leni Weber aus Königsfeld teilnahmen.

In der Unterstützung von Jugendräumen sowie Angeboten für Kinder und Jugendliche, bei denen auch die politische Mitwirkung und der Erwerb sozialer Kompetenz wichtig seien, sieht Lena Engel von der Grünen Jugend eine wichtige Aufgabe gerade der Kommunalpolitik. Allerdings müssten die Jugendlichen auch zu den Jugendräumen und Angeboten kommen können. Hierfür sei der öffentliche Personennahverkehr oft nicht ausgelegt. Daher müssten Jugendtaxis die an den Abenden und vor allem am Wochenende fehlenden Busangebote ergänzen. Von einer Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre erwartet die Grünen-Sprecherin darüber hinaus ein deutlich größeres Engagement Jugendlicher in politischen Dingen.

Thema der Veranstaltung war auch die Jugendhilfe, über die Ute Reuland und Leni Weber anhand von Zahlen sowie von praktischen Beispielen berichteten. Einerseits stiegen die Ausgaben des Kreises für diesen Bereich ständig. Es gäbe auch viele gute Angebote zum Beispiel bei der Erziehungshilfe und in besonderen Lebenssituationen. Andererseits stiegen auch die Kosten und zu oft würde das nicht vorhandene Geld über die Art der Hilfe entscheiden, die Kindern und Jugendlichen in Problemlagen zuteil würde. Kinder, die Gewalt und sexuellem Missbrauch in der Familie ausgesetzt worden seien, benötigten aber sehr viel und sehr lange Unterstützung, um ihr Trauma zu überwinden. Oft dauerte dies viele Jahre bis zu einem Erfolg.

Besonders Lob wurde im Rahmen der Diskussion mit Blick auf die Schulsozialarbeit im Kreis Ahrweiler geäußert. Durch zusätzliche Bundesmittel sei hier in den letzten Jahren viel erreicht worden. Schüler und Schülerinnen mit Problemen könnten sich jetzt unmittelbar an Kontaktpersonen wenden und frühzeitige Unterstützung bekommen. Dies sei für Kinder mit Migrationshintergrund besonders hilfreich. Wichtig sei allerdings, so Reuland und Weber, dass das gute Angebot auch bei einem Auslaufen der Bundesförderung erhalten bleibe. Hier müssten notfalls das Land, der Kreis und im Rahmen ihrer Möglichkeiten auch die Städte und Gemeinden einspringen. Zudem sei es nötig, Sozialarbeit mit Kindern und Jugendlichen auch auf Ebenen der Gemeinden besser zu koordinieren und Eltern wie ihre Kindern hinreichend Informationen über bestehenden Unterstützungsangebote gegebenenfalls auch in deren Muttersprache anzubieten.

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