Ralf Urban (links) im Gespräch mit dem Bonner Oberbürgermeister Ashok Sridharan (rechts). Foto: Privat

Ein Grüner aus Sinzig war in Sachen Stadtmarketing unterwegs

Ralf Urban besuchte ein Kamingespräch des Marketingclubs Köln/Bonn im Alten Rathaus Bonn

Der Marketingclub Köln/Bonn hatte zu Kamingesprächen ins Alte Rathaus Bonn eingeladen. Ein Vertreter des Marketing-Clubs führte ein inspirierendes Interview in Sachen Stadtmarketing mit dem Bonner Oberbürgermeister und Ehrenmitglied des Clubs Ashok-Alexander Sridharan. Anschließend hatte man in persönlichen Gesprächen die Möglichkeit, das Thema zu vertiefen. Ralf Urban von den Sinziger Grünen und Stadtratsmitglied nahm die Gelegenheit wahr, sich sowohl mit dem Bonner Oberbürgermeister Ashok-Alexander Sridharan als auch mit dem 1. Beigeordneten der Stadt Rheinbach Dr. Raffael Knauber auszutauschen und Möglichkeiten für benachbarte Kommunen zu diskutieren.

Ralf Urban (links) im Gespräch mit dem Bonner Oberbürgermeister Ashok Sridharan (rechts). Foto: Privat

Der besondere Fokus gilt dabei natürlich dem Marketing: Wie positioniert sich Bonn im Wettkampf der Städte? Wie wichtig ist das Stadtmarketing für Bonn und wie ist Bonn hier aufgestellt? Welche Rolle spielen dabei Musik und Beethoven im Beethoven-Jahr 2020, wenn sich der Geburtstag des wohl bekanntesten Bonners zum 250. Mal jährt? Dabei galt es, die USPs Bonns herauszuarbeiten (englisch: unique selling proposition = Alleinstellungsmerkmal). Bonn kann hier mit der Uni, einer Hochschule und einer neuen Hochschule für Cybersicherheit, die noch in diesem Jahr in Bad Godesberg ihren Betrieb aufnehmen soll, glänzen. Zudem freut sich Bonn, Sitz diverser DAX-Unternehmen und Cyber-Standort zu sein. Von Erfolg gekrönt ist die langjährige finanzielle Unterstützung des Digital Hub und der Gründerszene Bonns. Das Thema Nachhaltigkeit kommt in Bonn mit dem Sitz den UN Klimasekretariats ebenfalls nicht zu kurz.

Hier galt es nun, Konzepte zu entwickeln, Bonn für Gäste, Bürger und die Wirtschaft noch attraktiver zur machen. Kunstprojekte, wie z. B. die Beethovenfiguren, die auf dem Münsterplatz aufgestellt wurden, erlangten internationale Aufmerksamkeit und wurden inzwischen weltweit verkauft! Dieses Kunstprojekt, das anfänglich größter Kritik ausgesetzt war, entwickelte sich zu einer erfolgreichen Marketingkampagne. Vielleicht sollte man in Sinzig noch mal darüber nachdenken, ob man mit der zum Teil inzwischen viel geschmähten Barbarossa-Skulptur ähnliche Aktionen entwickeln kann?

Des Weiteren hat Bonn an verschiedenen Orten oder zu bestimmten Veranstaltungen Fotoboxen aufgestellt, die Besucher ermuntern sollen, Selfies zu machen, die anschließend in den sozialen Netzwerken, weltweit und mit einem eindeutigen Hinweis auf Bonn, zu sehen sind. Internationale Aufmerksamkeit erlangten dabei die Fotos, die die Kirschblüte in der Bonner Altstadt zeigen. Auch Sinzig könnte von derartigen oder ähnlichen Aktionen profitieren, die mit relativ geringem Investitionsaufwand bewerkstelligt werden könnten.

In Sachen Musik hat nicht nur Bonn etwas zu bieten. Bereits in den 70er Jahren hat sich Sinzig im Bereich Neue Geistliche Orgelmusik weltweit einen Namen gemacht. Ein international erfolgreicher Film- und Fernsehmusiker, aus dessen Feder u. a. der Soundtrack zum Film „Fluch der Karibik“ stammt, ist in Sinzig aufgewachsen. Mit diesen Pfunden könnte Sinzig ebenfalls wuchern.

Weitere Maßnahme des Stadtmarketings wäre die Installation von „Mobilstationen“, die das Ausleihen von Fahrrädern, E-Bikes und E-Cars ermöglichen. In Bonn werden 39 dieser Mobilstationen errichtet, die vom Land NRW mit 11,5 Mio. Euro gefördert werden. Dies wäre auch für Sinzig denkbar. Der Ausbau und eine Neukonzeption der Radwege in und um Sinzig, in Zusammenarbeit mit den benachbarten Kommunen, ist dabei unerlässlich. Ein Konzept dafür wurde bekanntermaßen kürzlich vom Stadtrat verabschiedet.

Auch im Bereich Bildung und Forschung braucht sich unsere Region nicht vor Bonn zu verstecken. Beispielsweise wäre eine Zusammenarbeit der Fachhochschule Remagen mit Sinziger Unternehmen möglich, aus denen sich Start-Ups und innovative Unternehmen mit Schwerpunkt Digitalisierung generieren könnten. Hier könnte sich Sinzig als „Digital Innovation Hub“ der Region im nördlichen RLP etablieren, zumal die Gründung solcher Unternehmen von der EU gefördert wird.

Nicht zuletzt sollten wir darüber nachdenken, wie die eigene Sicht auf unser liebens- und lebenswertes Sinzig ist. Sind Maßnahmen nötig, sodass jede/r Bürger*in sich in Sinzig wohl fühlt, glücklich ist und heimisch fühlt? Das gilt nicht nur für Alteingesessene, sondern insbesondere auch für Zugezogene aus aller Herren Länder und Flüchtlinge. Hier könnte man ein „Welcome-Package“ entwickeln, das z. B. Aktivitäten in den Bereichen Sport, Natur, Bildung, Kunst, Gesundheit, Wellness, Kultur und Traditionen beinhaltet.

Wie man weiß, wird derzeit vielschichtig über Optimierungen in den meisten der genannten Bereiche in Sinzig diskutiert, geplant und gearbeitet. Die Aufforderung “Liebe Deine Stadt”, die als Schriftzug ein Gebäude über der Kölner Nord-Süd-Fahrt schmückt, sollte auch für jeden Sinziger zum Selbstverständnis werden. Darüber sollten wir nachdenken und daran arbeiten.

Pressemitteilung Bündnis 90/Die Grünen Ortsverband Sinzig

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