Das Ahrtal schützen: Zweckverband ist für Hochwasserschutz unverzichtbar – Naturmaßnahmen müssen starten

Bündnis 90/Die GRÜNEN und die ÖDP in der Verbandsgemeinde Adenau sehen die Vorsorge als zentrale Aufgabe ihres politischen Handelns. Der Schutz unserer Gemeinden und der Unterlieger an der Ahr gelingt nur gemeinsam. Deshalb braucht es jetzt entschlossenes Handeln, Nichtstun ist keine Option. Die Hochwasserproblematik muss solidarisch und sofort angegangen werden. Dafür ist ein Gewässerzweckverband unverzichtbar.

Vier Jahre nach der Flut 2021 ist viel „wieder-aufgebaut“ worden, doch das Grundproblem bleibt: Der Wasserrückhalt in der Fläche ist unzureichend. Trockenheit und Starkregen verstärken sich gegenseitig, ausgetrocknete Böden nehmen kein Wasser auf, Schlamm und Fluten rauschen ungebremst in die Täler. Der Grundwasserspiegel ist in den letzten Jahren deutlich gesunken, auch dieser Winter brachte wenig Regen. Das Dilemma bleibt: Entweder zu viel Wasser – oder zu wenig.

Historisch wurden immer wieder Chancen verpasst: Die 17 geplanten Rückhaltebecken nach 1910 wurden nie gebaut, ebenso wenig der Stausee im Trierbachtal in den 1980er Jahren. Auch heute ist fraglich, ob große Bauwerke realistisch finanzierbar sind – selbst mit möglichen Bundes- oder EU-Mitteln. Deshalb müssen wir jetzt parallel so planen, als kämen diese Gelder nicht. Hochwasserschutz fängt mit Eigenvorsorge beim Haus und Dorf an und geht über die Ahrauen hinauf in die Wälder und Höhen.

Genau hier wird der Gewässerzweckverband unverzichtbar. Denn im bestehenden System von Kreis und Kommunen fehlt die fachliche Tiefe und der übergeordnete Blick auf das gesamte Einzugsgebiet – mit seinen Risikohängen, Engtälern, Zuflüssen und komplexen Wechselwirkungen. Keine einzelne Kommune kann diese Aufgabe leisten, und auch der Kreis verfügt nicht über die notwendige Expertise für eine integrierte, langfristige Gewässer- und Landschaftsplanung. Ein Gewässerzweckverband mit Wasserbauern, Landschaftsplanern und Ökologen stärkt den Hochwasserschutz der Täler, der Auen und damit der Menschen.

Foto: Die Ahr bei Müsch (Claudia Schmitz)