Planung der Pendlerradroute Bonn–Koblenz verfehlt ihr Ziel

Die Sinziger Grünen kritisieren den Verlauf der geplanten Pendlerradroute Foto: Hardy Rehmann
Die Sinziger Grünen kritisieren den Verlauf der geplanten Pendlerradroute Foto: Hardy Rehmann

Der Ortsverband Bündnis 90/Die Grünen Sinzig kritisiert die vorliegende Planung der Pendlerradroute Bonn–Koblenz. Nach deren Einschätzung erfüllt die aktuelle Trassenführung nicht die Anforderungen, die an eine leistungsfähige und attraktive Pendlerradroute gestellt werden müssen.

„Eine Pendlerradroute muss sicher, direkt in der Führung und komfortabel sein, um eine echte Alternative zum Auto zu bieten“, erklärt Hardy Rehmann, Co-Vorsitzender des Ortsverbandes. „Die derzeitige Planung weist jedoch zahlreiche Engstellen, Umwege und unzureichend gesicherte Kreuzungsbereiche auf. Insbesondere die Wegeführung in Sinzig entlang des Kreisels bei der Linde an der Auffahrt zur B9 und entlang der Lindenstraße stellen eine Gefahr für alle Pendler dar. Die gesamte Wegeführung durch Sinzig macht in der vorgestellten Planung die Nutzung der Pendlerroute unattraktiv. Damit wird das Ziel, den Radverkehr auf dieser wichtigen Nord-Süd-Achse spürbar zu stärken, klar verfehlt.“

Die Grünen fordern, die bisherigen Planungen im Dialog mit den betroffenen Kommunen, Bürger*innen und Radverkehrsverbänden grundlegend zu überarbeiten. Dabei müsse die Pendlerradroute künftig direkt und durchgängig geführt werden, ohne unnötige Umwege in Kauf zu nehmen. Ein besonderes Augenmerk sei auf sichere Kreuzungen und Querungen zu legen, vor allem an stark befahrenen Einfallstraßen. Zudem sprechen sich die Grünen klar für eine Trennung vom Autoverkehr aus. Voraussetzung für eine attraktive Nutzung sei außerdem ein hoher Komfortstandard mit glatten Fahrbahnen und ausreichender Breite. Bahnhöfe und Innenstädte sollten über gut ausgebaute Zuwege angebunden werden; eine Führung der Pendlerradroute durch die derzeit geplanten Engstellen lehnen die Grünen ab.

„Wir brauchen eine echte Pendlerradroute, die den Namen verdient und den Umstieg auf das Fahrrad erleichtert – nicht nur ein Flickenteppich aus bestehenden Wegen“, so Hardy Rehmann weiter.

Pendlerradrouten sind hinsichtlich der Finanzierung und Unterhaltspflichten aus Sicht des Ortsverbandes wie Bundesstraßen zu sehen. An die Landesregierung stellt der Ortsverband Sinzig deshalb die Forderung, die Finanzierung der Pendlerradrouten vollständig zu übernehmen. Auch das Wahlprogramm der Grünen für Rheinland-Pfalz spricht hier eine klare Sprache: Es fordert, Pendlerrouten zukünftig als Landesstraßen zu planen und zu bauen, so dass die Kommunen bei der Planung und Umsetzung von Radwegen entlastet werden.

Die Sinziger Grünen appellieren an die Planungsverantwortlichen, die derzeitigen Entwürfe zu überarbeiten und eine zukunftsfähige Lösung für den Alltagsradverkehr zwischen Bonn und Koblenz zu schaffen.

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