PikoPark-Führung begeistert trotz Sommerhitze – Natur, Klima und Bildung im Fokus

Naturfachliche Führung durch den Sinziger PikoPark (Foto: Ralf Urban)
Naturfachliche Führung durch den Sinziger PikoPark (Foto: Ralf Urban)

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „betrifft:SINZIG“ hat der Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen am Mittwochabend zu einer geführten Tour durch den Sinziger PikoPark eingeladen. Trotz der hochsommerlichen Temperaturen fanden sich 22 interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein, um die besondere innerstädtische Grünanlage kennenzulernen. Geleitet wurde die Führung von der Diplom-Biologin Dr. Anke Wallraff-Beck, die die Planung und Gestaltung des Pikoparks verantwortete und so den Anwesenden anschaulich die ökologischen Zusammenhänge und die besondere Bedeutung des Parks erläutern konnte. Die Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit für zahlreiche Fragen, die von der Referentin ausführlich und kompetent beantwortet wurden.

Besonders eindrucksvoll zeigte sich an diesem heißen Sommerabend die klimatische Wirkung des PikoParks. Der leichte, vom Ziemert kommende Wind wurde durch die Schneise des Parks spürbar in die Innenstadt geleitet und sorgte für eine angenehme Abkühlung. Auch die bewusst gewählte Bepflanzung mit ausschließlich heimischen und vorwiegend trockenresistenten Arten trug zur Verbesserung des Mikroklimas bei und vermittelte einen lebendigen Eindruck naturnaher Stadtgestaltung. Ein weiterer zentraler Aspekt des Projekts ist die konsequente Verwendung überwiegend recycelter Materialien beim Aufbau des PikoParks. So wurden unter anderem Holzbalken aus abgerissenen Gebäuden wiederverwendet und in die Gestaltung integriert. Ebenso entstanden Trockenmauern aus ehemaligen Bausteinen des Geländes, wodurch Ressourcen geschont und gleichzeitig gestalterisch wie ökologisch wertvolle Strukturen geschaffen wurden.

Der Sinziger PikoPark – ein Beispiel moderner, ökologisch orientierter Stadtentwicklung – wurde als Fläche konzipiert, die ausschließlich mit heimischen Pflanzenarten gestaltet ist. Diese Entscheidung folgt einem klaren ökologischen Konzept: Nur einheimische Pflanzen bieten der lokalen Tierwelt, insbesondere Insekten, Vögeln und Kleinreptilien, geeignete Lebens- und Nahrungsräume. Standortfremde oder invasive Arten hingegen können heimische Arten verdrängen und so das ökologische Gleichgewicht stören. Ergänzt wird das naturnahe Konzept durch eine eigens installierte, funktionstüchtige Wasserpumpe, die Besucherinnen und Besucher aktiv einbindet. Sie lädt dazu ein, bei Bedarf selbstständig zur Bewässerung der Pflanzen beizutragen und so einen unmittelbaren Bezug zur Pflege des Stadtgartens zu entwickeln.

Besonderen Wert legt das Projekt auch auf seine soziale und pädagogische Dimension: Kinder sind im PikoPark nicht nur ausdrücklich willkommen, sondern werden aktiv eingeladen, die Pflanzenwelt spielerisch zu entdecken, zu erforschen und Naturzusammenhänge unmittelbar zu erleben. Damit wird der Park zugleich zu einem außerschulischen Lernort, der bereits von Schulklassen im Rahmen des Unterrichts genutzt wird. Darüber hinaus wurden auch die Bewohnerinnen und Bewohner Sinzigs ausdrücklich eingeladen, den PikoPark aktiv mitzugestalten und bei der Planung und Bepflanzung mitzuwirken. Dieses Angebot wurde von der Bürgerschaft mit großer Begeisterung aufgenommen. Die hitze- und trockenheitsresistente Pflanzenauswahl wurde zudem so getroffen, dass über das gesamte Jahr hinweg unterschiedliche Arten blühen, während der Pflegeaufwand gering ist. Die Referentin betonte zudem die Übertragbarkeit des Konzepts auf weitere Grünflächen im Stadtgebiet Sinzigs. Neben einer deutlichen Reduzierung von Kosten und Pflegeaufwand bietet das Konzept einen hohen ökologischen Mehrwert sowie einen bedeutenden pädagogischen Nutzen. Insgesamt zeigte die Veranstaltung eindrucksvoll, wie naturnahe Stadtentwicklung, Klimaanpassung und Umweltbildung im PikoPark auf beispielhafte Weise zusammengeführt werden – mitten in der Innenstadt und mit direktem Nutzen für Mensch und Natur.