Vor vierzig Jahren – genau am 26. April 1986 – erschütterte die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl in der Ukraine ganz Europa. Dieser größte anzunehmender Unfall (GAU) führte allen Menschen die schlimmen Auswirkungen eines Unfalls in einem Atomkraftwerk auch in großer Entfernung vor Augen. Wind und Regen brachten strahlenbelastete Partikel über ganz Europa – auch in den Kreis Ahrweiler.
Die Berichte über radioaktive Wolken, verunsicherte Familien und fehlende Transparenz der Behörden waren damals für viele der Auslöser, sich politisch zu engagieren. Die Sorge galt vor allem Risiken, die bis heute nicht gelöst sind: die Sicherheit der Reaktoren, der Umgang mit hochradioaktivem Atommüll, fehlende Endlagern und riskante Transporte. Dazu kommt bis heute die Abhängigkeit von Uranimporten, die häufig aus geopolitisch problematischen Regionen stammen.
Aktuell zeigt sich, dass die Technologie weiterhin strukturelle Schwächen hat. In mehreren europäischen Ländern kam es in den vergangenen Sommern zu Problemen bei der Reaktorkühlung, weil Flüsse zu warm wurden oder Niedrigwasser herrschte. Frankreich musste daher zeitweise die Leistung seiner Atomwerke drosseln. Dies zeigt, wie unsicher Atomkraftwerke in Zeiten des Klimawandels sind.
Gleichzeitig gibt es heute viel mehr und bessere Alternativen. Die Erneuerbaren Energien – allen voran Windkraft und Photovoltaik, sind heute günstiger denn je. Mit ihnen ist Versorgungssicherheit auch ohne hochriskante Altlasten möglich.
Seit vier Jahrzehnten ist das Atommüllproblem nicht gelöst. Der Müll wird lediglich zwischengelagert. Die GRÜNEN im Kreis Ahrweiler betonen deshalb: „Eine zukunftsfähige Energiepolitik muss auf Technologien setzen, die sicher, bezahlbar und nachhaltig sind. Wir wollen unsere Zukunft auf Energiequellen aufbauen, die auch kommende Generationen tragen – ohne Risiken, die über Jahrtausende bestehen bleiben. Das geht derzeit nur mit Erneuerbaren Energien. Deren Ausbau müssen wir hier im Kreis, aber auch überall anders in Rheinland-Pfalz vorantreiben.“
