Geplantes Neubaugebiet bringt Biohof in Bedrängnis

Mitglieder des kürzlich gegründeten Ortsverbands Grafschaft von Bündnis 90/Die Grünen im Hühnerstall des Schopphofs.

Die Grünen von der Grafschaft besuchten kürzlich den Schopphof in Grafschaft-Esch, um den Betrieb näher kennen zu lernen und um Probleme im Zusammenhang mit dem nebenan geplanten Baugebiet zu erläutern. Der Schopphof ist ein Familienbetrieb, der in den letzten Jahren viel in die Zukunft investiert hat. Mit den Kindern (beide in einer Ausbildung im landwirtschaftlichen Fachbereich) möchte das Ehepaar Schopp aus dem nebenerwerblichen Betrieb der Eltern ein gesundes, auch nach ökologischen Prinzipien geführtes Unternehmen aufbauen, in dem „Produktion“ und Vermarktung „Hand in Hand“ gehen.

Neben fast 200 Rindern gehört eine Legehennen-Bodenhaltung zum Hof. „Die Haltung der Tiere macht einen sehr guten Eindruck, die Hühner sehen gesund aus und haben genügend Bewegung, da die maximale Raumauslastung nicht genutzt wird, so Mathias Heeb, Mitglied der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Gemeinderat Grafschaft. Auch die Rinder hinterlassen einen guten Eindruck. Durch eine umweltverträgliche Futterherstellung, die der Betrieb selbst organisiert, werde sichergestellt, dass die Tiere nicht irgendetwas bekommen. „In diesem Betrieb kann man den Eindruck gewinnen, dass die Tiere nicht nur Produkt, sondern ein Teil des Ganzen sind“, so Heeb.

Die Familie Schopp hat schon lange geplant, ihren Hof zu erweitern. Auf Anfrage bei den entsprechenden Behörden wurde ihnen damals versichert, dass rund um den Hof kein Bauland entstehen werde. Leider hat man hier wohl seine Meinung geändert. Im Zusammenhang mit dem Baugebiet, das gleich zu Beginn sehr viel Ablehnung auch in der Bevölkerung bekam, wurden die Probleme für die Familie Schopp größer und schwieriger. „Wir haben das Baugebiet von Beginn an abgelehnt – zum einen erschließt sich uns der Bedarf nicht und zum anderen kann man nicht auf der einen Seite Betriebe in die Grafschaft wollen und dann, wenn ein Betrieb mit regionaler Vermarktung viel investiert und wachsen will, sogar Arbeitsplätze in der Zukunft schaffen will, mit Gutachten und Hindernissen blockieren“, heißt es in einer Pressemitteilung der Grünen.

Die Grafschaft ist und bleibt eine ländliche Gemeinde. Wer in die Grafschaft zieht, muss mit der Landwirtschaft leben können, und es darf nicht dazu führen, dass die Landwirte in ihrer Existenz bedroht werden und sich nicht mehr entwickeln können. Nach einer Studie der Bertelsmann-Stiftung aus dem Jahr 2010 wird sich die Einwohnerzahl der Gemeinde Grafschaft bis 2025 um etwa ein Viertel verringern. Das geplante Baugebiet in Ringen ist nach Meinung der Grünen weit ausreichend, um in der Grafschaft den Bedarf an Bauplätzen zu decken.

Der demografische Wandel lässt sich nicht dadurch aufhalten, dass man landwirtschaftliche Fläche opfert, um Baugebiete auszuweisen. Daher plädieren die Grünen dafür, landwirtschaftliche Betriebe in ihrer Entwicklung nicht zu behindern, sondern ihnen Entwicklungsmöglichkeiten aufzuzeigen und sie zu fördern. „Der Schopphof macht auf uns einen zukunftsorientierten und auch ökologisch vertretbaren Eindruck, der vernünftige Ziele hat, die Region und die Vermarktung nach vorne zu bringen. Auch mit dem Angebot „Lernort Bauernhof“ leistet die Familie Schopp einen Beitrag für unsere Kinder“, so Bernadette Heeb-Klöckner, ebenfalls Mitglied der grünen Gemeinderatsfraktion.

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