Baumfällung in Bad Neuenahr: Schlafende FWG dreht sich im Wind

Für die A1 fallen ganze Wälder - und zwar auf Dauer, aber eben nicht vor Deißlers Haustür.

Die Freien Wähler rufen die Grünen zu Hilfe. Das ist verständlich, weil sie alleine nichts geregelt kriegen. So war der städtische Bauausschuss über die notwendige Baumfällung frühzeitig informiert, von der Ratsmitglied Rolf Deißler nach eigener Aussage nichts weiß. Erst als vor der Deißlerschen Ferienhaustür Bäume fehlen, wacht er aus dem kommunalpolitischen Schlaf und geht auf die Straße. Die Grünen gehen, wo es angebracht ist, für Bäume auch auf die Straße – aber bevor sie gefällt werden.

„Jetzt ruft Rolf Deißler nicht seine beiden Parteifreunde im Bauausschuss, von denen er wohl nichts erwartet. Nein, er ruft nach uns Grünen, wo er wohl größere Kompetenz und größeres Stehvermögen vermutet. Damit liegt der Ratskollege grundsätzlich richtig. Aber gerade deshalb können wir ihm hier nicht helfen. Wir prüfen nämlich vorher, ob Maßnahmen sinnvoll und notwendig sind. Und dann stehen wir zu ihnen. Das gilt auch für die Nahwärmeleitung der Ahrtalwerke: Sie ist sinnvoll, notwendig und nach Auskunft der Stadtverwaltung nicht anders zu realisieren“, stellt Grünen-Fraktionssprecher Wolfgang Schlagwein klar.

„Die Fällung der Bäume ist bedauerlich, aber sie sollen ja auch wieder ersetzt werden. Ganz im Gegensatz zur Trasse der geplanten Autobahn A1, für deren ‚sofortigen Bau’ Rolf Deißler im Kreistag gerade ohne Rücksicht auf Naturschutz plädiert hat“, erinnert sich Schlagwein an die jüngste Kreistagssitzung. „Für die A1 fallen ganze Wälder – und zwar auf Dauer, aber eben nicht vor Deißlers Haustür.“

Ebenfalls im Kreistag nannte FWG-Sprecher Deißler die Energiewende vor Jahreswende noch ein ‚hehres Ziel, energieautark und klimaneutral den eigenen Stromverbrauch komplett aus erneuerbaren Energien zu decken‘. Wirtschaftlich sei das ‚nur von Vorteil‘. Wo sich der Wind jedoch wendet, wechselt auch die FWG-Wetterfahne heftig die Richtung: Als ‚Energie-Umbau-Hysterie‘ glaubt Rolf Deißler im General-Anzeiger das nun zu erkennen, was er im Kreistag selbst schwadronniert hat. ‚Ganze Wälder‘ sieht er, in der Neuenahrer Unterstraße stehend, ‚sinnlos für Windräder abgeholzt‘. Auch in Kempenich, wo seine FWG gerade einen gemeinsamen Windpark im Gemeindewald plant?

Noch glaubt dort Ortsbürgermeister Stefan Friedsam, bei dieser Frage herrsche „Geschlossenheit und Einigkeit“ im Gemeinderat. Wie lange kann er den Freien Wählern in seinem Rat wohl trauen? Demgegenüber stehen die Grünen zu den Ahrtalwerken, anders als die Vereinigten Beliebigen der FWG. Das Nahwärmeprojekt mit Kraft-Wärme-Kopplung setzt die Ziele der Bundes- wie der Landesregierung um. Es leistet seinen Beitrag zur Sicherung der Stromversorgung jenseits von Atom- oder Kohlekraftwerken, aber auch von Windrädern. Und vor allem verbessert es ganz entschieden die Energieeffizienz.

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