Jung und Alt: gemeinsam für die Zukunft der Stadt

Sinziger Grüne wählten Kandidatenliste für Kommunalwahl

Robert Kolle, Ingo Binnewerg, Nicole Müller-Orth, Eveline Lemke, Klaus Hahn, Ursula Schwarz, Harm Sönksen (v.l.n.r.)

Sinziger Grüne gut aufgestellt

Mit der richtigen Mischung aus jung und alt gehen die Sinziger Grünen ins Rennen um die Stimmen der Bürger bei den diesjährigen Wahlen zum Stadtrat und den Ortbeiräten. Unter den sechs Erstplatzierten der Wahlliste, die am Donnerstagabend im Sinziger HOT gewählt wurde, befinden sich sowohl erfahrene Parlamentarier als auch frische Kräfte: Die Liste wird angeführt vom Sinziger Fraktionsvorsitzenden der Umwelt-Partei, dem Berater für Entwicklungszusammenarbeit Ingo Binnewerg. Ihm folgt auf Platz 2 der Grüne Kreis-Geschäftsführer Harm Sönksen. Der junge Familienvater und Berufsschullehrer wird erstmals im Stadtrat vertreten sein. Mit Ursula Schwarz und Klaus Hahn aus Westum folgen zwei Grüne mit langjähriger Erfahrung in der Lokalpolitik. Abgerundet wird das Spitzenteam mit dem jungen IT-Spezialisten Robert Kolle aus Bad Bodendorf und dem Sinziger Architekten Guido Hagel, der in den letzten Jahren entscheidenden Anteil an der Studie zur Innenstadtentwicklung durch das Leipziger rb-Architektenbüro hatte.

„Die lokale Energiewende, der Umweltschutz und der Wandel der Stadt in eine zukunftsfähige und lebenswerte Stadt stehen im Mittelpunkt unserer politischen Arbeit“, erläutert Binnewerg einige Ziele der Grünen für die nächste Legislaturperiode. „Sinzig ist noch nicht wirklich auf den demografischen Wandel vorbereitet, die Stadt muss alten- und behindertengerecht werden. Der Leerstand muss beseitigt werden und der Stadt würde insgesamt ein Imagewandel gut tun. So könnte etwa das kulturelle Angebot in der Stadt deutlich ausgebaut werden.“

In eine ähnliche Kerbe schlägt Harm Sönksen: „Auch für junge Familien könnte die Stadt mehr tun: Der Ausbau der Kita-Betreuung verlief in Sinzig eher holprig und ist noch nicht abgeschlossen. Beim Angebot von Ganztagsplätzen hinkt die Barbarossastadt anderen Gemeinden im Kreis hinterher. Auch abseits der Kita braucht die Stadt mehr Freizeitmöglichkeiten. Übrigens nicht nur für Kinder, sondern auch für junge Eltern und junge Menschen allgemein.“

Für Unverständnis sorgen bei den Grünen etwa der Umgang mit dem Zukunft des Hauses der offenen Tür (HOT) auf Kreis- und Stadtebene. „Die politischen Vertreter der Stadt sollten sich über alle Parteigrenzen hinweg mehr für dieses im Kreis Ahrweiler einmalige Projekt einsetzen“, fordert der jugendpolitische Sprecher der Sinziger Grünen, Robert Kolle. „Die Renovierung der Schulkantine oder der neue Bolzplatz in Bad Bodendorf konnten nur dank der beispiellosen und tatkräftigen Zusammenarbeit der Bodendorfer und vieler Spenden von Unternehmern, Bürgern und des Dorffestausschusses realisiert werden. Dass das überhaupt notwendig ist, ist allerdings bedenklich. Denn wir müssen doch gerade junge Menschen und Familien in der Stadt halten, um die Auswirkungen des demografischen Wandels zumindest einzudämmen.“

Den Grünen geht es um Generationengerechtigkeit: „Im Moment werden die Generationen gegeneinander ausgespielt. Das ist schlecht, denn nur gemeinsam können wir in dieser Stadt etwas verändern“, gibt sich Ingo Binnewerg sicher: „Wir Grüne stehen für eine konstruktive Politik und wollen etwas bewegen, statt die Stadt zu verwalten. Am 25. Mai werden die Weichen für die Zukunft dieser Stadt gestellt. Eines ist klar: Es muss ein Ruck durch diese Stadt gehen.“

Gewählt wurden auch schon die Listen für die meisten der Sinziger Ortsbeiräte: Demnach gehen Martin Ruch-Dörfler, Dr. Natalie Wendisch, Harm Sönksen und Cladia Thelen als Erstplatzierte für den Ortsbeirat der Kernstadt ins Rennen. Für Bad Bodendorf wollen sich unter anderem Robert Kolle, Anton Simons, Regina Pfendtner und Hans Höller engagieren. Das Westumer Team besteht aus Klaus Hahn, Bodo Wuttke, Richard Klasen und Ursula Schwarz.