Bad Bodendorf ist bunt

Die Teilnehmer der Grünen Bad Bodendord-Rallye mit den Bodendorfer Grünen Felix Pfendtner (links) und Robert Kolle (mitte).

Die Teilnehmer der Grünen Bad Bodendord-Rallye mit den Bodendorfer Grünen Felix Pfendtner (links) und Robert Kolle (mitte).

Am Sonntag trafen sich in Bad Bodendorf die Sinziger Grünen und interessierte Bürgerinnen und Bürger zum Gedankenaustausch und zur Ortsbegehung. Das Fazit: Bad Bodendorf ist vielfältig und bunt. Per Fahrrad erkundeten die Grünen Bad Bodendorf und machten dabei an markanten Stellen Halt. Erste Station war das Neubaugebiet an der B266 Richtung Lohrsdorf. Dieses muss ohne einen Anschluss an die B266 auskommen. Dieses Verkehrskonzept muss erst mal erklärt  werden. Wird tatsächlich angenommen, dass alle künftigen Anwohner über die Einfahrt bei Elektro-Schmitz ein- und ausfahren?
Wohl kaum. Im Anschuss ging es zum ebenfalls vom Stadtrat genehmigte Neubaugebiet an der Bäderstraße. Hier soll einmal an der Ecke gegenüber der Eisdiele ein Neubaugebiet entstehen. Dabei handelt es sich um ein Überschwemmungsgebiet. Über den Feldweg, der bei der Eisdiele beginnt kommt man zu Neubaugebiet Nummer drei. Dabei bleiben die Einwohnerzahlen gleich bei leicht rückläufiger Tendenz. Die Ausschreibung neuer Baugebiete ergibt für die Grünen deshalb keinen Sinn, schon gar nicht in dem Maße. Im Stadtrat wurde aber einstimmig gegen die Grünen gestimmt.

Nächste Haltestelle war das Thermalfreibad. Rund um die Problematik des aberkannten Bad-Titels aufgrund unerfüllter Kriterien des Kurmittelgesetzes sehen die Grünen die Gefahr, dass Bad Bodendorf der Kurpark verloren geht. „Der Bebauungsplan steht“, kommentiert Klaus Hahn, Mitglied des Stadtrats und des Bauausschusses. Zusätzlich zum Neubau ‚Am Kurgarten’/’Bäderstraße‘ würde eine Bebauung des Kurparks das Dorfbild schwer beeinträchtigen. „Auch wurde seinerzeit unterlassen, das Grundstück direkt vor dem Thermalbad zu kaufen. Würde der Besitzer dieses einzäunen, wäre der komplette Eingang verbaut“, so Robert Kolle, Kandidat für den Ortsbeirat Bad Bodendorf und den Stadtrat Sinzig.

Weiter ging es zum Schwanenteich, Bad Bodendorfs Naherholungsgebiet. Zwar ist der Fahrradweg umgeleitet worden, viele Radfahrer nehmen aber weiterhin den Weg an der Ahr entlang. Für die Brücke am Quellensteig gibt es ein Konzept für den Wiederaufbau. „Wir brauchen aber ein Wander- und Radwegekonzept, mit dem die Sehenswürdigkeiten für alle zugänglich bleiben und das einen durchgehenden Verkehr von Heimersheim über Bodendorf nach Sinzig gewährleistet“, so Ingo Binnewerg, Fraktionsvorsitzender und Kandidat für den Stadtrat.

Am Ehrenfriedhof erwähnt Ursula Schwarz, dass „Häufig noch vom Heldenfriedhof gesprochen wird“ und sich vor Augen gehalten werden muss, dass zwar nicht alle Soldaten im Zweiten Weltkrieg Nazis waren, „Helden gingen aus diesem Krieg aber nicht hervor.

An der Grundschule ist der nächste Halt. Der Ausbau der Schulkantine macht es möglich, dass weiterhin eine Ganztagsbetreuung angeboten werden kann. Die notwendigen Mittel wollte die Stadt aber nicht bereitstellen. Dank Initiative von Bad Bodendorfern, des Dorffestausschusses und letztendlich allen Besuchern des Dorffestes, mit dem Motto „Wir für unsere Kinder“, konnten die Sanierungsarbeiten finanziert und dank ehrenamtlichen Helfern auch durchgeführt werden. „Es belastet Familien stark, wenn Betreuungsangebote wegfallen. Dass es an ein paar Euro scheitern soll, ist unbegreiflich. Es heißt immer, man müsse in die Zukunft investieren, aber keiner macht es“, meint Harm Sönksen, Kandidat für den Stadtrat. „Das ist aber auch wieder typisch für Bad Bodendorf“, so Robert Kolle, „Ebenso wie der neue Bolzplatz, der durch Spenden finanziert und von Freiwilligen gebaut wurde, war das nur möglich, weil alle zusammen gearbeitet haben und nicht bereit waren die Verantwortung an ‚die da oben‘ abzugeben. Wir packen selber an!“.

Auch die Leerstände im Dorf sind problematisch. „Wir haben keine Nahversorgung mehr. Wo sollte sich hier jemand mit Lebensmitteln versorgen?““ gibt Felix Pfendtner zu bedenken. Neue Discounter und Supermärkte sorgen in Sinzig vermehrt für Leerstände in den Innenstädten, der Kernstadt und den Stadtteilen. Der Dorfladen hatte erst vor kurzem schließen müssen.

Letzter Halt war der Bahnhof. Für ältere Mitbürger und Eltern mit Kinderwagen ist der Einstieg in die Ahrtalbahn problematisch. Der Bahnsteig müsste erhöht werden, die Abstandshalter auf dem Bahnsteig sind echte Stolperfallen. Eine Renovierung ist aber nicht geplant. „Wir haben in Bad Bodendorf viele junge Familien und viele Senioren. Wir sind sehr gut in alle Richtungen angebunden und der Bahnhof ist ein wichtiger Knotenpunkt. Selbstverständlich muss jeder die Möglichkeit haben, den öffentlichen Nahverkehr nutzen zu können, soweit noch vorhanden“, so Robert Kolle.

Das Resümee aus der Radrundfahrt ist eindeutig: Bad Bodendorf ist bunt. Viele Familien, viele Senioren, engagierte Bürgerinnen und Bürger, denen das Gemeinwohl am Herzen liegt, ein vitales Vereinsleben und eine optimale Lage. Gut angebunden, trotzdem wunderschön gelegen. „Wir wohnen da wo andere Urlaub machen“, meint Robert Kolle zum Abschluss. Bad Bodendorf hat sich aber einigen Herausforderungen zu stellen, damit Jung und Alt hier weiterhin gerne wohnen möchten und die Grünen vertreten eine gerechte und vorausschauende Politik, die alle im Blick hat.

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