„Die Tourismussaison am Rhein könnte länger sein“

Hoteliers aus Remagen sprechen mit Wirtschaftsministerin Lemke

Rheinhotel ARTE 8-4-2014

Ministerin Eveline Lemke mit den Grünen-Ratmitgliedern Karin Keelan, Frank Bliss und Antonio Lopez, die Hoteliers Leonard Pinger, Ingo Rettschlag und Uwe Schindler mit Rudolf Kluth vom Verein „Lebendiger Marktplatz“, Volker Thehos von „Remagen mag ich“ und anderen Teilnehmern.

Aufgrund des nicht mehr wegzuleugnenden Klimawandels werden die Sommer in Deutschland länger sowie Herbst und Frühjahr deutlich milder als in früheren Jahren. Entsprechend seien viele Urlauber interessiert, früher im Jahr und zum Teil noch im Oktober Remagen, das Rheintal insgesamt und natürlich auch das Ahrtal zu besuchen. Die Römerstadt könnte davon jedoch deutlich mehr profitieren, wenn auch das regionale Angebot an Attraktionen da wäre. Nur verkehrten zum Beispiel die meisten touristischen Rheinschiffe im April lediglich auf Anfrage und auch im Oktober ließe sich der Rhein vom Schiff aus nur noch spärlich genießen. In Teilen des Gastronomie- und Erlebnisbereichs sehe es zu den genannten Zeiten kaum besser aus, so die Tendenz eines Meinungsaustausches von Remagener Hoteliers und Wirten am Dienstag mit Wirtschaftsministerin Lemke in Kripp.
Auf Einladung der Stadtratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen standen im Rahmen einer offenen Gesprächsrunde im „RheinHotel ARTE“ Fragen des Tourismus und der Tourismusförderung auf der Tagesordnung. Gastgeber Uwe Schindler hatte in diesem Zusammenhang zunächst Gelegenheit, Ministerin Eveline Lemke und den Grünen-Ratmitgliedern Karin Keelan, Frank Bliss und Antonio Lopez sein neu ausgebautes Hotel und Überlegungen für die Hotelerweiterung vorzustellen. Schmidt und sein Kompagnon Luc Janssen zeigten sich sehr zufrieden mit der Akzeptanz ihres Hotels und wiesen auf das extrem breite Spektrum der Kunden hin, die vermehrt auch aus den Beneluxländern und weit darüber hinaus kämen. Remagen wie auch Kripp böten aufgrund ihrer günstigen Verkehrslage sogar Besuchern der Kölner Messen Unterkunft.

Obwohl aber selbst Kripp über die Fähre und den Linzer Bahnhof nur 50 Bahnminuten von der Messe entfernt läge, weigere sich allerdings die Kölner Messegesellschaft, Remagener Hotels in ihre Vermittlung aufzunehmen. Dagegen würden Hotels im Bergischen Land, von denen mehr als zwei Stunden Anreise notwendig sei, durchaus vermittelt, so auch die Erfahrungen der anwesenden Hoteliers Ingo Rettschlag („Hotel Haus Oberwinter“) und Leonard Pinger („Hotel Pinger“). Entsprechend sei hier Handlungsbedarf angesagt.

Positives in Sachen Tourismusförderung konnte dagegen Ministerin Lemke für Rheinland-Pfalz berichten, deren Haus derzeit das neue Marktgesetz auf den Weg bringe. So würden wieder an bis zu acht Sonntagen im Jahr Sondermärkte zugelassen. In diesem Zusammenhang sei auch die Empfehlung wichtig, Märkte regional aufeinander terminlich abzustimmen, was nicht nur für Besucher, sondern auch für Hotels und Gaststätten erhebliche Vorteile mit sich brächte.

Darüber hinaus liefen gesetzliche Vorbereitungen der Landesregierung, den Gemeinden in Zukunft wieder die Erhebung einer Tourismusabgabe zu ermöglichen, mit der wichtige Projekte im touristischen Umfeld auf den Weg gebracht werden könnten – ein Thema, das von den Remagener Grünen mit Blick auf die heimischen Museen und historische Bauwerke wie das romanische Tor oder die römische Stadtmauer gerne aufgegriffen würde.

Mit Blick auf das „Kunst und Kulturzentrum Remagen“ machte Ministerin Lemke auf die Möglichkeit aufmerksam, die Existenzgründung von Künstlern bzw. Kunsthandwerkern durch das Land zu unterstützen. In einer Stadt mit bereits sieben Galerien sei es durchaus vorstellbar, dass Absolventen einer Kunstakademie hier bei geeignetem Umfeld einen Betrieb aufmachen könnten. In diesem Zusammenhang böte sich ein Kontakt mit der Hochschule Höhr-Grenzhausen mit ihrer Ausrichtung auf Glas und Keramik an. Grünen-Stadtrat Antonio Lopez, selbst Gastronom und in der Tourismusdiskussion engagiert, dankte abschließend Eveline Lemke und allen Anwesenden für die eingebrachten Bewertungen und interessanten Anregungen, die die Ministerin soweit in ihren Kompetenzbereich fallend aufzugreifen versprach.

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