Kein Bock auf Politik? Pah!

Von Donnerstag bis Sonntag fand das Projekt „Youthvoice“-Campus in Remagen-Kripp statt. Dabei erarbeiteten sich Jugendliche und junge Erwachsene Themen, die in Form eines Ideenkatalogs zusammengefasst wurden. Dieser wurde Samstags mit Vertretern der Jugendorganisationen und Jugendpflegern der Parteien diskutiert und um Aspekte und Anregungen erweitert. Am Sonntag wurden die Ergebnisse dann den anwesenden Politikern vorgestellt und erneut in Diskussionsrunden verarbeitet. Im besten Fall um einen konkreten Ablauf zu erarbeiten, wie ein Ziel erreicht werden kann. Zumindest aber wollten die Jugendlichen ihre Themen adressiert und verstanden wissen.

Im Vorfeld hatten sich die Beteiligten über Umfragen an den Schulen ein Meinungsbild verschafft. Auch wurden Interviews mit Politikern und Jugendpflegern geführt um erste Eindrücke im Umgang miteinander zu gewinnen. Vergangenen Donnerstag und Freitag wurde dann alles auf den Tisch gebracht, was den Jugendlichen auf der Seele brennt und was sie von der Politik bearbeitet wissen wollen. Dabei standen Themen auf dem Plan, die sich auch in der Kommunalpolitik immer wieder finden.

Robert Kolle gut betreut durch Alona Schäfer

Robert Kolle und Youthvoice-Teilnehmerin Alona Schäfer

Der öffentliche Personen-Nahverkehr (ÖPNV) zum Beispiel ist auch, und vielleicht gerade, für die Jugendlichen ein wichtiges Thema. Unabhängigkeit, Freiheit und die Grenzen der von außen gesteckten Welt zu verlassen sind wichtig. Es muss möglich sein, sich mit seinen Freunden auch außerhalb der Schule treffen zu können, ohne von den Eltern gefahren werden zu müssen. Konkreter Vorschlag der Jugendlichen: die Einrichtung eines Ruftaxis, das in halbstündlichen Intervallen fährt. Es bleibt aber nicht bei der bloßen Forderung, die Jugendlichen haben sich auch über die Organisation Gedanken gemacht. Robert Kolle, der Grüne Kandidat für den Sinziger Stadtrat und Ortsbeirat von Bad Bodendorf, brachte ein, dass die Attraktivität von Strecken von der Frequenz der Nutzung abhängt und es schwer sei, entlegenere Orte mit in die Route einzuplanen.

Doch die Jugendlichen haben dafür eine Lösung: per Internetseite oder App für das Smartphone könnte man sich als Mitfahrer anmelden. Es wird angezeigt, ob bereits ein Ruftaxi unterwegs ist, oder ob eines bestellt werden muss. Leerfahrten könnten so vermieden, Strecken, Personal und Busse dem Bedarf angepasst werden. Auch sollte so eine ganztägige Befahrung möglich sein, die sich für Betreiber auch lohnt. Coole Idee. Als Grüner ist für Kolle der ÖPNV aber prinzipiell auszubauen um Bürgerinnen und Bürger überhaupt erst eine Möglichkeit zu bieten, ganz oder teilweise auf das Auto zu verzichten und trotzdem in ihren Dörfern wohnen bleiben zu können. Auch ist das Auto für Jugendliche kein ‚Initiations- und Statussymbol‘ mehr, wie es das einmal war.

Eveline Lemke und Robert Kolle auf dem Youthvoice-Campus

Eveline Lemke und Robert Kolle auf dem Youthvoice-Campus

Das war nur ein Thema, dass in den einzelnen Gruppen besprochen wurde. Bei allen Themen wurde sehr engagiert und lebhaft diskutiert und von der vielzitierten Politikverdrossenheit war nichts zu spüren. im Gegenteil. Da flogen auch schon mal die Fetzen. Bei den vielen Beteiligten in den Themengebieten der Schul- und Jugendsozialarbeit ist es schwer klar zu machen, warum sich diese oder jene Forderung nicht so einfach umsetzen lässt. Egal. Da wird auch die Wirtschaftsministerin Eveline Lemke schon mal harsch unterbrochen. „Gut so! Wir brauchen solche Diskussion um unseren eigenen gedanklichen Rahmen verlassen zu können“, so Kolle.

„Ich konnte beobachten, wie gut und wie schnell sich Jugendliche in Themen einarbeiten und konkrete Forderungen formulieren können, wenn sie einen angemessenen Rahmen und Freiheit bekommen“. Die Grünen möchten, dass Jugendliche im Kreis in die Entscheidungsfindungen mit einbezogen und gehört werden. Kolle wünscht sich diese lebhaften, emotionalen, aber immer zielgerichteten Diskussionen vor Ort und auf Kreisebene. Die Grünen sind klar für die Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre, denn auch Jugendliche und junge Erwachsene haben das Recht auf eine Meinung und sollen diese auch kundtun dürfen.

Eveline Lemke bei der Unterzeichnung der Youthvoice-Präambel

Eveline Lemke bei der Unterzeichnung der Youthvoice-Präambel

Bei der abschließenden Unterzeichnung der „Youthvoice-Präambel“ verpflichteten sich Jugendliche wie Politiker, den beidseitigen Austausch und Pflege der Beziehungen fortzuführen. Einer Verpflichtung, der die Grünen gerne nachkommen.

„Ich bedanke mich beim HoT und seinen Mitarbeitern, bei den Jugendlichen die teilgenommen und dazu beigetragen haben, dass ‚Youthvoice‘ ein voller Erfolg war der viele Impulse gegeben hat, die mich – wie sicherlich allen Grünen – fortan bei meiner politischen Arbeit begleiten werden. Danke!“

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