Grüne Winterwanderung

Winterwanderung im Zeichen des Klimawandels

Remagen – Für den fiesen Dauerregen, der die Winterwanderung der Remagener Grünen untermalte, konnte man den Klimawandel nicht verantwortlich machen.

Dennoch war die größte Herausforderung für die Menschheit den ganzen Nachmittag über präsent, in Gesprächen und einem spannenden Vortrag. Fast 30 Kinder, Frauen und Männer fanden den Weg zum Forsthaus Erlenbusch am Westrand von Remagen. Die meisten machten sich zu Fuß von der Apollinariskirche aus auf den Weg – und das, obwohl es die meiste Zeit regnete. Am Forsthaus bewirtete Familie Louen dann die Wandernden mit Wildschweinwürstchen vom Grill, außerdem gab es Kuchen, Brezeln, Kaffee, Glühwein und Kinderpunsch. Ein Lagerfeuer bot eine prima Möglichkeit, sich aufzuwärmen.

Nachdem auf dem Weg zum Forsthaus bereits die Schneemassen in den Alpen Gesprächsthema waren, griff auch Franz-Josef Louen bei einem spannenden Rundgang durch seine Weihnachtsbaumplantage das Thema Klimawandel auf. Er berichtete, dass im zurückliegenden Sommer vor allem seine Fichten mit der extremen Trockenheit zu kämpfen gehabt hätten. Zum Teil seien die Spitzen der Bäume vertrocknet und beim Fällen abgebrochen. Der Klimawandel berge gerade auch für die Forstwirtschaft große Herausforderungen. Bestimmte Baumarten kämen besser mit Trockenheit zurecht, andere schlechter. Das Gesicht der Wälder werde sich daher verändern.

Und damit nicht genug: Die Qualität des Holzes leide unter der Trockenheit und außerdem werde dem Borkenkäfer das Leben leichter gemacht, berichtete der Diplom-Forstwirt.

Franz-Josef Louen konnte sich sicher sein, dass seine spannenden Ausführungen bei den Zuhörerinnen und Zuhörern auf großes Interesse stießen. Ist doch der Kampf gegen den Klimawandel eines der Kernthemen der Grünen. Auch im nahenden Kommunalwahlkampf wird es eine zentrale Rolle spielen. „Wir sind überzeugt, dass der Kampf gegen den Klimawandel auch auf lokaler Ebene konsequent geführt werden muss“, erklärten der Remagener Grünen-Sprecher Marc Strehler. Die Auswirkungen des Klimawandels bekomme man ohnehin schon zu spüren – ob im Wald oder beispielsweise mit dem extremen Niedrigwasser im Rhein 2018. Da der Bund beim Klimaschutz von Kohle- und Autolobby ausgebremst werde, komme es umso mehr auf lokale und regionale Initiativen an.

Die Neujahrswanderung endete übrigens wie sie begonnen hatte – im Regen. Trotzdem stimmten am Ende alle Teilnehmenden Stefani Jürries zu, die sowohl die kleine Wanderung als auch den spannenden Einblick in die Arbeit im Forstbetrieb als sehr gelungenen Ersatz für einen traditionellen Neujahrsempfang einstufte.

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