Die GRÜNEN im Wahlkreis Remagen/Sinzig drängen auf den Bau einer zusätzlichen Bahntrasse durch den Westerwald, um die chronisch überlastete Rheintalstrecke zu entlasten. Bettina Fellmer, Direktkandidatin der GRÜNEN, weist darauf hin, dass die bestehende Infrastruktur an der Kapazitätsgrenze angelangt ist. Täglich verkehren über 450 Züge auf der Strecke, darunter bis zu 300 Güterzüge – Tendenz steigend: Bis 2040 wird ein Wachstum von 30 bis 40 Prozent prognostiziert.
„Die Deutsche Bahn plant umfangreiche Sanierungen an der Rheintalstrecke. Doch sie alleine lösen das strukturelle Problem nicht“, kritisiert Fellmer. „Entlang des Rheins verläuft ein zentraler europäischer Güterverkehrskorridor zwischen Rotterdam und Genua – und Deutschland bildet den Engpass“, erklärt die Kandidatin. „Eine dichterer Takt und zuverlässige Verbindungen im Personenverkehr sind nur möglich, wenn die Güter auf einer separaten Trasse transportiert werden.“ Aktuelle Analysen bestätigen: Der Ausbau der bestehenden Strecke reicht nicht aus; eine zusätzliche, leistungsfähige Bahnverbindung ist nötig.
„Wer täglich zwischen Koblenz, Bonn und Köln pendelt, erlebt die Grenzen der heutigen Infrastruktur hautnah. Verspätungen sind der Normalfall“, so Fellmer. „Damit mehr Menschen auf die Bahn umsteigen, brauchen wir eine zuverlässige Alternative für den Güterverkehr. Die kann nur über den Westerwald führen.“ Die Forderung nach einer zweiten Trasse wurde auf Antrag der Sinziger GRÜNEN auch im Programm zur Landtagswahl verankert.
Das geplante 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen biete eine historische Chance, betont Fellmer. „Wenn wir das Geld nur in Reparaturen stecken statt in echte Zukunftsprojekte, vergeben wir eine einmalige Gelegenheit.“ Die GRÜNEN im Land und im Bund wollen die Mittel des Sondervermögens konsequent für Investitionen einsetzen, die Deutschland voranbringen. Eine zweite Bahntrasse wäre als Infrastrukturprojekt zudem ein Baustein für eine krisenfeste und klimafreundliche Mobilität.
