Von der Umwelt über den Verkehr zur Barrierefreiheit

Remagener Grüne legen umfangreiches Wahlprogramm vor

Nach dem Politikwechsel im Remagener Rathaus im letzten Jahr 2018 wünschen sich die Grünen auch für den Stadtrat frischen Wind. Acht Kapitel umfasst das Wahlprogramm der Remagener Grünen für die anstehenden Wahlen am 26. Mai. Zu Themen wie Umwelt, Verkehr, Familie und Soziales oder Tourismus finden sich in dem Programm Kurzbeschreibungen der jeweiligen Handlungsfelder, Aussagen zum bisher Erreichtem sowie pointierte Forderungen an die Ratsarbeit der nächsten fünf Jahre.

Ehrlich und kämpferisch sind die Grünen beim Stichwort „Umwelt“. „Hier haben wir praktisch nichts erreicht“, so Grünen-Fraktionssprecher Frank Bliss. „Ein Baugebiet entstand neben dem anderen, ohne das mit Blick auf die Natur ein wirklicher Ausgleich geschaffen wurde“. Hier müsse in erheblichem Umfang nachgearbeitet werden, auch mit Blick auf die Verhinderung zukünftiger Starkregenschäden. Oder: „Massenweise wurden Bäume gefällt, weil sie bei Investorenprojekten die Sicht versperrten. Damit muss Schluss sein“. Optimistisch sind die Grünen allerdings mit Blick auf die Zukunft. Ein Klimakonzept sei auf gutem Wege und erstmals werde in Remagen das Thema Umwelt und Klima nun auch personell im Rathaus verankert.

Deutliche Impulse konnten in den letzten Jahren im Bereich Verkehr gesetzt werden. Die Diskussion um eine Verkehrsberuhigung auf der B9 ist im Gange, Remagen engagiert sich aktiv gegen den Bahnlärm, ein Radwegekonzepte wurde erstellt und kann jetzt konkret umgesetzt werden. Stadtratsmitglied Volker Thehos sieht jedoch noch großen Handlungsbedarf: „Die Verkehrsbelastungen werden weiter zunehmen. Hier müssen wir im Interesse der Gesundheit und Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger lokal handeln. Remagen bietet gute Voraussetzungen die unumstritten notwendige Verkehrswende auch vor Ort voranzubringen.“

Stefani Jürries, der Spitzenkandidatin der Remagener Grünen, liegen vor allem auch die Familien- und Bildungspolitik sowie das Thema Mobilität sehr am Herzen: „Sicher mit der ganzen Familie zu Fuß, mit dem Fahrrad oder auch mit dem ÖPNV von Kripp bis in alle Stadtteile, das ist unser Ziel. Treffpunkte, wie beispielsweise Büchereien oder Cafés, für Jung und Alt in allen Ortsteilen als Mehrgenerationenprojekte umsetzen oder fördern, wäre ein weiteres Ziel“.

Für Bettina Fellmer, bisher im Ortsbeirat und nun auf dem 3. Platz der Kandidatenliste, möchte das reichhaltige kulturelle Erbe in allen Ortsteilen für Einwohner und Besucher bewahren und ins tägliche Leben integrieren, aber auch darauf achten, dass die Versorgung der Menschen mit dem täglichen Bedarf möglich bleibt. Wichtig ist ihr, die Stadt nachhaltig für die Zukunft aufzustellen durch eine moderne Infrastruktur, durchdachte Verkehrskonzepte und Stadtplanung unter Beteiligung aller, die sich einbringen wollen.

Fokje Schreurs, die zusammen mit Antonio Lopez als EU-Europäer für die Grünen bereits dem Remagener Stadtrat angehört, möchte die Integrationsarbeit finanziell und personell gestärkt wissen. Remagen solle sich um die Beteiligung an Modellprojekten bemühen. Die Stadt müsse auch Vorreiter bei Barrierefreiheit sein (z.B. barrierefreie Sitzungen aller Gremien). Auch könnte das Ehrenamt gestärkt werden, beispielsweise über eine feste (mindestens halbe) Stelle im Rathaus für diese Belange.

„Europa kann sich nur entwickeln, wenn es auch im Kleinen wie zum Beispiel in Remagen gelebt wird“. Als EU-Bürger und langjähriges Ratsmitglied hebt Antonio Lopez vor allem das diesbezügliche Grünen-Engagement hervor. Erneut seien zwei aussichtsreiche Listenplätze der Remagener Grünen mit „überzeugten Europäern“ besetzt. Gemeinsames Handeln für das neue soziale Europa beginne in Remagen mit der Förderung des Sports, der bereits heute Menschen von mehr als 40 Nationen in Remagen einbeziehe, der Vereine, von integrativen Bildungsangeboten und ganz besonders des individuellen Engagements der Bürgerinnen und Bürger der Römerstadt.

Die Remagener Grünen freuen sich über mehr Bürgerbeteiligung bereits seit Amtsantritt von Bürgermeister Ingendahl. Damit verbunden werden müsse nun eine frühzeitige Einbindung der Anlieger etwa bei Straßenausbau und anderen Bauprojekten. Als Grüne unterstütze man Bemühungen der Verwaltung, „Behördengänge“ digital via Internet oder Smartphone zu ermöglichen. Generell sollte eine bessere Information der Bürgerinnen und Bürger z.B. bei Straßensperrungen, Baumaßnahmen auch der Deutschen Bahn AG und natürlich bei allen Notfällen erfolgen.

Das Programm kann von der Homepage der Grünen heruntergeladen werden unter: https://gruene-aw.de/wahlen-2019/remagener-kommunalwahllisten/ oder steht jeden Freitag Nachmittag oder Samstag Vormittag in den nächsten Wochen als Broschüre in der Fußgängerzone zur Verfügung. F

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